Sabine Vitten

Glücklich, die einen Berg von einem Maulwurfshügel unterscheiden können.
Es wird ihnen viel Ärger erspart bleiben.
Glücklich, die fähig sind, sich auszuruhen und zu schlafen, ohne dabei eine Entschuldigung zu suchen,
‚Sie werden „weise“ genannt werden.
Glücklich, die schweigen und zuhören können,
Sie werden viel Neues lernen.
Glücklich seid ihr, wenn ihr ein Lächeln bewundern könnt.
Euer Weg wird voll Sonnenschien sein.
Glücklich seid ihr, wenn ihr das Benehmen anderer wohlwollend beurteilen könnt.
Man wird euch für naiv halten, aber die Liebe wird euch Recht geben.
Glücklich sind, die vor dem Handeln nachdenken und vor dem Nachdenken beten.
Sie werden viele Dummheiten vermeiden. Alle haben Familie zurück gelassen, viele sind traumatisiert und ohne Zukunft in ihrer Heimat, da macht es keinen Unterschied, wo man herkommt.

(aus: Stimmen des Glaubens. Texte für den Dienst in der Gemeinde)

Liebe Sabine Vitten, Sie sind in unserer Gemeinde kein unbekanntes Gesicht. Zusammen mit Herrn Schneider haben sie bereits 2016 die Flüchtlingshilfe Sevelen initiiert.
Schon vor Beginn der Coronazeit konnten wir dann das „alte“ Café Welcome schließen. Es wurde so einfach nicht mehr gebraucht. Mit welchen Gedanken gehen Sie wieder an den Start?

Ich persönlich hatte Probleme, wieder an den Start zu gehen. Fünf intensive Jahre Flüchtlingshilfe sind an keinem der Ehrenamtler*innen spurlos vorbei gegangen, auch an mir nicht. Aber wir haben schnell erkannt, dass hier wieder Hilfe gebraucht wird. Als sich abzeichnete, dass wir uns wieder auf ein sehr engagiertes und zuverlässiges Team verlassen können, stand der Öffnung des Cafés nichts mehr im Wege.

Die Lage der geflüchteten Menschen, die in diesem Jahr zu uns gekommen sind, unterscheidet sich auch von der Situation nach 2015?

Ins Café kommen verzweifelte Menschen, die vor Krieg, Hunger und Elend geflohen sind. Waren es 2015 vorwiegend Männer aus verschiedensten Krisengebieten, sind jetzt Frauen mit Kindern in der Mehrzahl unsere Gäste. Da ergibt sich naturgemäß eine andere Art der Hilfe, die geleistet werden muss. Die ukrainischen Flüchtlinge sind uns von der kulturellen  und sozialen Identität her bestimmt näher. Aber wir haben es damals als sehr bereichernd  empfunden, Menschen kennen zu lernen, die so verschieden sind von uns.

Flüchtlingshilfe in Sevelen, Café Welcome bei uns im Gemeindehaus. Es gibt vielleicht noch etwas, was Sie uns sagen oder mitgeben wollen?

Erst mal bedanken wir uns ganz herzlich, dass wir die Räume wieder benutzen dürfen. Wir waren und sind hier ganz zu Hause. Wir laden aber auch ein, einfach mal vorbei zu kommen. Die Frauen und Kinder brauchen Anschluss. Das mit der Verständigung klappt immer irgendwie. Wir freuen uns auch über jede Kuchenspende oder jeden und jede, die mal mit anpackt. Ein warmer Händedruck und ein Lächeln helfen auch immer!

Und wer sich informieren möchte, kann auch auf unserer Website nachsehen:
www.fluechtlingshilfe-sevelen.de

Liebe Sabine Vitten, Ihnen und den anderen Danke für Ihren Einsatz – und danke auch für dies kleine Interview!