Der Auftrag kam „von oben“, von der Jugendsynode 2019 und dann, verbindlich, von der Landessynode 2021. Das kommt, auch wenn es eine gute Sache ist, in einer rheinischen Gemeinde mit reformiertem Herkommen nie so ganz gut an. „Wie können die einfach was beschließen, was wir dann tun müssen?“
Fakt ist: Alle rheinischen Kirchengemeinden beteiligen nun zusätzlich einen Menschen, der unter 27 Jahre alt ist, an der Gemeindeleitung! Das Presbyterium ist die „Gemeinderegierung“, keine „Gemeindevertretung“. Dieser junge Mensch im Presbyterium ist dann auch keine „Jugendvertreterin“, sondern nimmt, wenn mindestens 18 Jahre alt, wie die anderen mit Stimmrecht und Rederecht an allen Entscheidungen teil.
Und ein rheinisches Presbyterium ist eben für alles verantwortlich: alle Aufgaben der Gemeinde, beginnend mit dem Gottesdienst, die Mittel, die für diese Aufgaben zur Verfügung stehen, und für alle Verpflichtungen und Vereinbarungen, die die Gemeinde eingeht. Da qualmt auch den alten Häsinnen und Hasen manchmal der Kopf, die Sitzung wird lang und einiges ist einfach „ätzend“. „Was, da müssen wir uns jetzt auch noch drum kümmern?“
Ab jetzt ist immer mindestens ein wirklich junger Mensch dabei. Und er oder sie soll auch nicht möglichst schnell so werden wie die überwiegend um Jahrzehnte älteren Presbyterinnen und Presbyter oder tun, was jemand von denen ihm oder ihr vielleicht sagt – sondern teilnehmen mit der eigenen Sicht und aus der eigenen Lebenslage.
Die Gemeinde und die Kirche, aus Menschen gebaut, die gehören nicht uns, sondern Jesus und seinem Vater. Aber der „Laden“, den wir hier betreiben, der gehört in ein paar Jahren komplett euch, den Jüngeren!
Und hier seht ihr, wen die Presbyterinnen und Presbyter sich als „jungen Menschen im Presbyterium“ dazugeholt haben:

  • Ich bin Kim Erbskorn aus Sevelen und bin 20 Jahre alt.
    In meinem „normalen Leben“ mache ich zurzeit mein Fachabitur und fange nach den Sommerferien meine Ausbildung zur Erzieherin an.
    In dieser Kirchengemeinde habe ich vor ein paar Jahren mit der Jugend- und Kinderarbeit als ehrenamtliche „Teamerin“ begonnen.

Liebe Kim Erbskorn, wir freuen uns, dass du ab jetzt dabei bist!

Seit ihrer Verpflichtung auf das Amtsgelübde nach § 27 Abs. 4 des Presbyteriumswahlgesetzes am 27. Mai (Ausnahmeregelung des Kreissynodalvorstandes vom 3. Februar für die Zeit, in der keine Einführungsgottesdienste stattfinden können) gehört sie dem Presbyterium mit Stimmrecht an. Das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen hat sich damit auf elf Plätze vergrößert.
Im Presbyterium ist weiterhin ein Platz frei und durch Berufung nach § 28 des Presbyteriumswahlgesetzes zu besetzen, vorzugsweise aus dem Gemeindeteil Sevelen.

KURZE GOTTESDIENSTE AUS DER HOERSTGENER KIRCHE ZUM ANHÖREN UNTER  02842 – 9286587 UND HIER AUF DER WEBSITE:

ab 23. Mai zu Pfingsten

Pfingstgottesdienst 2021 zum Anhören

ab 2. Mai zu Kantate

Unser Gottesdienst zu Kantate 2021

ab 4. April zum Osterfest

Unser Ostergottesdienst für den 4. April 2021

ab 14. März zum Sonntag Lätare (Mitte der Passionszeit)

Unser Gottesdienst für den 14. März 2021

ab 21. Februar zum Sonntag Invokavit (Beginn der Passionszeit)

Online-Gottesdienst am 21. Februar 2021

zum Jahreswechsel ab dem Morgen des 31. Dezembers, anzuhören auch per Telefon unter 02842 – 92 86 58

Gottesdienst zum Jahreswechsel 2020/2021

zu Heiligabend und Weihnachten ab dem Morgen des 24. Dezembers:

Weihnachtsandacht 2020

zum Advent ab dem Morgen des 29. Novembers:

Online-Adventsgottesdienst vom 29.11.2020
Brich dem Hungrigen dein Brot,
und die im Elend ohne Obdach sind, führe ins Haus!
Wenn du einen nackt siehst, so kleide ihn,
und entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut!
Frühlingsacker

Nach verschiedenen deutschen Landschaften hat nun auch der Niederrhein seinen Dorfroman.

Christoph Peters, in Kalkar geboren, nennt seinen Roman schlicht „Dorfroman“, und doch handelt dieser Roman von vielem mehr als vom Dorf. Der namenlose Erzähler lebt als Einzelkind mit seinen Eltern in Hülkendonck bei Calcar und begegnet uns auf drei Erzählebenen, die in Kapiteln kunstvoll miteinander verbunden sind. Der Junge im Grundschulalter, klug aber schüchtern, interessiert sich für die Natur, sammelt Schmetterlinge und bekommt mehr mit, als die Eltern vermuten, was auch Ängste weckt. „Es kann nämlich sein, dass auch bei uns bald ein Krieg ausbricht, da die Russen unser Land erobern wollen, oder dass die Terroristen der Baader-Meinhof-Bande auf dem Weg in unsere Gegend sind, um uns zu ermorden.“ (S.11) Der Junge erfährt aber auch von den Konflikten, die der im Dorf geplante Bau des „Schnellen Brüters“ mit sich bringt; Diskussionen im Dorf zwischen Gegnern und Befürwortern der Atomkraft, die das Dorf und Familien zu spalten beginnen. Er ist, wie seine Eltern, überzeugt vom Nutzen der Atomkraft.
Später, als Jugendlicher, interessiert er sich für die auffallenden Atomkraftgegner, die in einer Art Kommune hausen und Aktionen planen. Juliane, eine junge Frau, sechs Jahre älter als er, hat es ihm besonders angetan, und er verliebt sich in sie. Die tragische Liebe, sein Wechsel ins Lager der Gegner verschärfen die Probleme in der Familie. Die Handlung kulminiert in der Großdemonstration Ende der 70er Jahre, die mit enormem Polizeieinsatz beendet wurde.
Die dritte Ebene zeigt den Erzähler als Erwachsenen, der seit dreißig Jahren in Berlin wohnt und seine alten Eltern besucht. Er räumt in seinem Jungenzimmer auf, betrachtet die Relikte seiner Jugend und Kindheit und reflektiert die Ereignisse der Vergangenheit.
Der Roman ist spannend erzählt, und der Wechsel der Ebenen vermittelt Eindrücke vom Dorfleben in den 70er Jahren und von den Konflikten um den Schnellen Brüter, der nicht zuletzt durch die Proteste der Atomkraftgegner nicht ans Netz ging.


Hiltrud Leenders, leider früh verstorben, ist uns in Erinnerung als Autorin des Trio Kriminale „Leenders-Bay-Leenders“. Sie hat jedoch 2018 mit „Pfaffs Hof“ auch einen Dorfroman geschrieben, in dem die kleine Annemarie aus der Sicht eines Kindes in den 60er Jahren vom Leben auf einem einsam gelegenen Bauernhof am Niederrhein erzählt. Sie schreibt in kindlichem Stil von ihren Erfahrungen als evangelisches Kind in einer katholischen Umgebung, von den Problemen in der Familie, aber auch von den Menschen, die sie mag. Ihre besondere Leidenschaft ist das Lesen, und wenn es ihr nicht gut geht, träumt sie sich nach Bullerbü. Das ist anrührend zu lesen. Wir erfahren viel über eine Zeit, an die wir Lesende unsere persönlichen Erinnerungen haben, in der auch die Nachwirkungen des Krieges eine Rolle spielen.


Anja Wedershoven hat mit „Im Schatten der Kopfweiden“ einen Niederrhein-Krimi geschrieben, der in Geldern handelt. Johanna Brenner hat sich nach schlechten Erfahrungen in Berlin in ihre alte Heimat versetzen lassen und arbeitet nun für die Kripo in Krefeld. Sie hat ihre Koffer noch nicht ausgepackt, da wird beim Friedhof in Geldern die Leiche einer jungen Kinderärztin gefunden, und Johanna hat ihren ersten Fall. Im Dienst bekommt sie es mit einer unangenehmen Chefin zu tun und ablehnenden Kollegen. Ihr Partner wirkt sympathisch, hat aber eigene Probleme und traut sich nicht, zu Johanna zu halten, obwohl er sie mag. Johanna macht es sich selbst nicht leicht; sie unternimmt Alleingänge, ignoriert eine beginnende starke Erkältung und bringt sich in Schwierigkeiten. Unter den Tatverdächtigen ist eine Familie mit einem behinderten Kind, das die Kinderärztin nach Meinung des Vaters nicht richtig behandelt hat. Dann sind da noch der Kinderarzt und seine Frau, der in Rente gehen will, und dessen Praxis die tote Ärztin übernehmen sollte. In der Folge entwickelt sich eine spannende Tätersuche mit überraschenden Wendungen und einem rasanten, spannenden Finale. Auch der sehr dunkle Prolog findet schließlich seine Auflösung. Lesevergnügen ohne unnötige Brutalität.

Weihnachten fällt nicht aus – Jesus ist für uns geboren! In unserem Familiengottesdienst-Video erzählen Hofhund Max, Rabe Ontour und Löwe Fridolin, wie sie Jesu Geburt erlebt haben.

Lasst euch überraschen!

Frohe Weihnachten wünschen euch
das KiBiTa-Team und Pfarrer Stefan Maser


Unser jüngster Azubi-Tontechniker beim Abmischen 😉
Friedhelm Tersteegen, Foto:privat

Abschied von Altpresbyter und -kirchmeister Friedhelm Tersteegen in Hoerstgen

Am 22. Januar 2016 haben wir in der fast vollbesetzten Hoerstgener Kirche Abschied von Friedhelm Tersteegen genommen. Am 16. Januar war er 94jährig nach einer großen Operation und zwei schweren Rückschlägen im Krankenhaus in Duisburg verstorben.

2007_tersteegensFriedhelm Tersteegen ist sein Leben lang beim Glauben an Jesus Christus, seiner Gemeinde und dem Hoerstgener Gottesdienst treu geblieben. Er fehlte nie. Seiner Gemeinde diente er als Presbyter und Kirchmeister, der auch mal selbst mit der Werkzeugtasche kam, wenn etwas nicht in Ordnung war. Die Anliegen der Partnergemeinde Kienitz im Oderbruch, zum Beispiel die Erhaltung und schrittweise Wiederherstellung ihrer kriegszerstörten Kirche, waren seine persönlichen Anliegen. Mehr als einmal stand er dort mit einem seiner Söhne selbst auf dem Baugerüst. Mit gleicher Treue fuhr er bis zu seiner Aufnahme ins Krankenhaus Woche für Woche zum Friederike-Fliedner-Haus in Lintfort, um dort seine Nachbarin und frühere Mitarbeiterin der Gemeinde zu besuchen. Mit seiner Ehefrau Irmgard hatte er bis zu ihrem Tod im Jahr 2013 fast die Eiserne Hochzeit erreicht. Wo die beiden waren, oft mit den Tersteegen-Geschwistern Ernst oder Leni , war es immer fröhlich, besonders wenn zu Friedhelms Gitarre gesungen wurde. Viele Jahre sang er im Chor und konnte durchaus einen kleineren Chorauftritt leiten, wenn die Kirchenmusikerin verhindert war. Und eine Seniorenfreizeit ohne ihn kann sich auch noch niemand so richtig vorstellen.

Gute biblische Grundsätze wird Friedhelm Tersteegen sein Leben lang gehabt haben. Durch die jahrzehntelange Freundschaft mit dem früheren Hoerstgener Pfarrer Eduard Hesse kam dazu ein waches und kritisches theologisches Urteilsvermögen. Friedhelm Tersteegen wurde dabei aber weder zum Hobby-Theologen noch zum Hobby-Pfarrer. Er war und blieb etwas noch viel Besseres: ein fröhlicher, sehr sympathischer und überall beliebter Christenmensch!

Die Evangelische Kirchengemeinde Hoerstgen beteiligt sich an einer Aktion der Willkommenskultur und der Solidarität mit Menschen, die vor Krieg, Verfolgung, Not und Elend geflüchtet sind, und des Einspruchs gegen Hass, Vorurteile und erschreckende Gewalt, die ihnen auch in unserem Land begegnen.

Für Montag, 31. August, 9.45 Uhr, sind Schulklassen und Beschäftigte von Betrieben und Einrichtungen und alle anderen Mitbürgerinnen und Mitbürger aufgefordert, sich in Form eines „W wie Willkommen“ aufzustellen und eine Schweigeminute zu halten. Diese Zeichen der Willkommenskultur werden fotografiert und von der Caritas Geldern auf ihrer Facebookseite dokumentiert.

Dazu erklingen auf Beschluss des Presbyteriums die Kirchenglocken der Gemeinde.
Die beiden Glocken der evangelischen Kirche Hoerstgen werden am Montag, 31. August 2015, von 11.30 bis 12.00 Uhr als Sterbeläuten für die Toten auf den Fluchtwegen geläutet.
Damit wird besonders an die 71 Toten, darunter 4 Kinder, aus dem Lastwagen im Osten Österreichs und die Hunderte von Toten der beiden Schiffskatastrophen der letzten Tage erinnert.
Die Schaukästen vor Kirche und Gemeindehaus an der Hoerstgener Dorfstraße werden zur selben Zeit als Traueranzeigen gestaltet. Die Kirche ist während des Sterbeläutens geöffnet. Gebetsvorschläge liegen aus.

Glocken läuten nach der Ordnung der evangelischen Kirche zum Gottesdienst und zum Gebet. Die Läuteordnung der Kirchengemeinde sieht für die Hoerstgener Kirche das halbstündige Läuten vor Mittag nach Bekanntwerden von Sterbefällen vor.

Ansprechpartner/in: Pfarrer Jürgen Kunellis (02835-5163)

Pfarrer Stefan Maser (02842-4551)

Presbyterin Nadja Hübinger (0173-2986701)

 

 

Das Foto zu diesem Beitrag entstand am Übergang vom Katechumenen- zum Konfirmandenunterricht am Freitag, dem 28. Aug. 2015 auf dem Hof vor dem Evangelischen Gemeindehaus Sevelen. Mit auf dem Foto befinden sich neben den Katechumenen (12 Jahre) und den Konfirmanden (13 Jahre) auch Kinder und Jugendliche aus der Jugendarbeit unserer Gemeinde. Sowohl im Jugendkreis als auch bei den Jugendlichen im KU haben wir vorher darüber gesprochen, wofür das Bild gut ist. Alle waren ausnahmslos bereit, sich fotografieren zu lassen. Keiner musste sich gedrängt fühlen. Die Aktion „W“ wie willkommen für Menschen, die als Flüchtlinge oder Menschen mit Migrationshintergrund unter uns leben, war den jungen Leuten gut zu vermitteln und leicht verständlich. Herzlichen Dank für die gute Idee!
Pfarrer Jürgen Kunellis

Hoerstgener Kanzel, Foto: Urlike Anhamm

Eine Predigtreihe über die Zehn Gebote in Hoerstgen

„Auf die Frage, was das Christentum sei, antwortete ein Junge: ‚Christentum ist das, was man nicht darf.’

So denken viele. Und wenn man sie nach dem Grund für diese merkwürdige Ansicht fragt, reden sie von den Zehn Geboten: ‚Da heißt es doch immer: Du sollst nicht!’ Was für ein ungeheuerliches Missverständnis!
Gott ist kein Zwingherr, sondern der Befreier. Er befreite sein Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten. Dann führte er es zum Berg Sinai. Und vom Berg Sinai aus machte er ihm klar, wie groß die Freiheit ist, die man mit Gott hat.“

So schrieb Ernst Lange 1969 über „Die zehn großen Freiheiten“.

Gehen wir der Sache nach, in einer Predigtreihe über die Zehn Gebote mit verschiedenen Predigern, beginnend am Sonntag, 1. Februar, 9.30 Uhr in der Hoerstgener Kirche! Sonntag für Sonntag eins dieser zehn klaren Worte (mit einer Unterbrechung von Palmsonntag bis Ostern). Übrigens ist es eine gute Tradition reformierter Gemeinden, sich die Predigttexte nicht nur von kirchlichen Plänen, sondern auch einmal von einem Zusammenhang in der Bibel selbst vorgeben zu lassen.

Gott ist kein einsamer Himmelsherrscher, sondern mitten unter uns wie ein Freund oder eine Schwester, wie ein Mensch, der etwas weiß von den Höhen und Tiefen des Lebens, von Liebe und Glück, aber auch von Ängsten und Sorgen (Margot Kässmann)

Die Zehn Gebote

Lebens- und Zusammenlebensregeln für jedermann? Oder Verkündigung des Glaubens an Gott, der aus Knechtschaft befreit? Oder beides in Einem ?

Wir gehen diesen Fragen in den weiteren Gottesdiensten der Predigtreihe „10 klare Worte“ in der Hoerstgener Kirche nach:

Sonntag, 08.02. 9.30 Uhr 2. Gebot (Predigt: Jürgen Kunellis)
Sonntag, 15.02. 9.30 Uhr 3. Gebot (Predigt: Stefan Maser)
Sonntag, 22.02. 9.30 Uhr 4. Gebot (Predigt: Raymond Loyal)
Sonntag 01.03. 9.30 Uhr 5. Gebot (Predigt: Holger Koopmann)
Sonntag 08.03. 9.30 Uhr 6. Gebot (Predigt: Stefan Maser)
Sonntag 15.03. 9.30 Uhr 7. Gebot (Predigt: Okko Herlyn)
Sonntag 22.03. 9.30 Uhr 8. Gebot (Konfirmandengruppe Hoerstgen mit Stefan Maser)
Sonntag 12.04. 9.30 Uhr 9. Gebot (Predigt: Raymond Loyal)
Sonntag 09.04. 9.30 Uhr 10. Gebot (Predigt: Raymond Loyal)

„Alles Liebe und Gute, Gottes Segen und Kraft für das neue Lebensjahr, wünscht der Evgl. Kirchenchor Sevelen!“ Diesen Gruß, den ich als passives Mitglied des Chores noch in diesem Frühjahr verbunden mit einer schönen Postkarte anlässlich meines Geburtstages in unserem Briefkasten fand, werde ich so nicht mehr vom Chor erhalten. Ende Februar fiel in einer Chorprobe die Entscheidung, nicht mehr gemeinsam weiter zu singen. So ein Ende hat immer mehr als nur einen Grund. Ein entscheidender, wenn nicht der entscheidende, war in diesem Fall die Altersstruktur der Sängerinnen und Sänger. Die meisten von ihnen waren siebzig und älter, einst tragende Stimmen jetzt um die achtzig.
Kirchenchor_Sevelen_1980Der Evangelische Kirchenchor Sevelen wurde vor neununddreißig Jahren gegründet. Pastor Erwin Jungjohann gab den Anstoß, Herbert Hatzky wurde der erste Chorleiter. Damals, in den 70er Jahren waren viele junge, auch viele junge evangelische Familien nach Sevelen gezogen. Der Chor wurde für nicht wenige kirchenverbundene Menschen ein Stück Heimat und ist es für einige von ihnen bis zuletzt geblieben. Andere sangen nur kurz oder ein paar Jahre im Chor mit, nicht wenige aber über Jahrzehnte. Besonders erwähnen möchte ich an dieser Stelle Elisabeth und Friedhelm Lenz, die beide auf ihre Weise viel für den Zusammenhalt des Chores getan haben, Friedhelm – man war im Chor per Du –  etliche Jahre als Chorobmann, Elisabeth in verschiedenen anderen Funktionen, u.a. sehr aktiv bei der Vorbereitung und Gestaltung von Chorfeiern. Auch ich habe einige Jahre im Chor mitgesungen und das gerne.
Singen und die Pflege der Gemeinschaft gingen Hand in Hand.
Zu den zahlreichen Auftritten in Gottesdiensten in Sevelen und Rheurdt, zu Konzerten, auf Gemeindefesten und bei anderen Anlässen im Jahr, etwa zur Kranzniederlegung anlässlich der Sevelener Kirmes oder bei Altengeburtstagen, kamen gesellige Abende und Feiern im Jahreskreis hinzu.
Kirchenchor Sevelen im Jahr 2000Einer dieser festen Daten war und ist der Pfingstmontag. Der Chor sang immer im Gottesdienst am Pfingstmontag in Sevelen. Anschließend blieb man noch gerne, manchmal über Stunden hin gemütlich bei leckerem Essen und kalten und heißen Getränken zusammen. In diesem Jahr wird dazu am 9. Juni, am Pfingstmontag 2014 zum letzten Mal die Gelegenheit bestehen. Denn zu diesem Anlass wollen die Sängerinnen und Sänger des Chores, der in den letzten zehn Jahren von Christian Braumann geleitet wurde, noch einmal im Gottesdienst singen. Wir laden ganz herzlich zum Besuch dieses Gottesdienstes ein.
Auf dem oben von mir erwähnten Geburtstagsgruß fand sich noch ein Ausspruch eines berühmten Schriftstellers, der den Titel „Vielfalt“ trug. Er lautet: „Die ganze Vielfalt, der ganze Reiz, die ganze Schönheit des Lebens besteht aus Schatten und Licht.“ Im Namen der ganzen Kirchengemeinde bedanke ich mich bei allen Sängerinnen und Sängern, die über die Jahre hin im Chor mitgesungen haben und den Chorleitern für ihren treuen Dienst, für die Freude beim Singen, für das Licht das durch den Chorgesang in die Gemeinde getragen wurde. Das Motto der Chorsängerinnen und –sänger selbst lautet: „Gott loben, das ist unser Amt.“
In unserer Kirchengemeinde mit ihren drei Gemeindeteilen Hoerstgen, Rheurdt und Sevelen gibt es eine ganze Reihe kirchenmusikalischer Aktivitäten, für die wir dankbar sind. Im Zweiten Pfarrbezirk allein, in Sevelen und Rheurdt engagieren sich zwei Instrumentalgruppen, „Drei & Musik“ und ein Gitarrenkreis. Aber den 1975 gegründeten Evangelischen Kirchenchor Sevelen gibt es nun nicht mehr. Und das ist sehr schade.

Pfarrer Jürgen Kunellis

Hoerstgener EngelDer „Freundeverein der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen Rheurdt Sevelen e.V.“ ist ordentlich gegründet worden! Bei der Gemeindeversammlung am Buß- und Bettag des letzten Jahres wurde vorgetragen, warum sich die Gründung eines Fördervereines, den wir Freundeverein nennen wollen, empfiehlt:
1. Steuerliche Gründe:
Durch den Freundeverein hätte die Gemeinde einen zusätzlichen MwSt.-Freibetrag von 17500, womit wir unsere wirtschaftlichen Tätigkeiten in vollem Umfang ermöglichen können.
2. steuerliche Änderungen für „Großsponsoren“
Unsere Sponsoren können in Zukunft Gelder nicht mehr den Kirchengemeinden, sondern nur noch Fördervereinen zukommen lassen.
3. Ein Freundeverein kann die Verteilung der Gelder besser steuern, als es die Kirchengemeinde kann, wo Spendengelder oft an die Jugendarbeit, die Kirchenmusik oder einen anderen Zweck gebunden werden.
Am 29. Januar 2013 und am 28. Februar 2013 trafen sich die zehn Gründungsmitglieder im Gemeindeladen in Hoerstgen. um die Satzung zu beschließen, den Verein zu gründen und den Gründungsvorstand zu wählen. Die erste Vorsitzende ist Elke Pfitzer,  der stellvertretende Vorsitzende Jürgen Kunellis, der Kassierer ist Thomas Hirth. und als Schriftführer wurde Helmut Haß gewählt.
Die Satzung wurde vom Kirchenkreis Moers anerkannt.
Am 11. April wurde der Verein vom Amtsgericht in Kleve in das Vereinsregister (Blatt VR 1557) eingetragen.
Die Beantragung der Gemeinnützigkeit wurde, unterstützt von Steuerberater Norbert Smeets aus Geldern, beim Finanzamt in Moers beantragt, und am 23. Juli 2013 erhielt der Verein die Anerkennung als steuerbegünstigte Körperschaft.
Der Freundverein übernahm als erste Aufgabe die Verantwortung für den Konrad Beikircher-Abend am 18. Oktober 2013.
Der Gründungsvorstand erarbeitete eine Geschäftsordnung für den Vorstand und die Mitgliederversammlungen.
Am 04. November um 19.00 Uhr trafen sich die Gründungsmitglieder zur ersten Mitgliederversammlung im Gemeindeladen in Hoerstgen, um über die Geschäftsordnung abzustimmen und den Vorstand zu bestätigen.
Am Abend der Gemeindeversammlung, am 20. November wurden erstmals Formulare für den Beitritt zum Freundeverein ausgelegt.
Der Freundeverein hofft auf regen Zulauf, damit die Arbeit in unserer Gemeinde weiterhin so umfassend und qualifiziert wie gewohnt weitergehen kann.

Elke Pfitzer

Am 16. Juli 2013 ist unser Projekt „Dorfcafé“ mit dem Ehrenamtspreis des Kreises Wesel geehrt worden.
Aus 111 eingegangenen Vorschlägen wurden 19 Projekte ausgewählt und geehrt. Die Ehrenamtspreise sind mit insgesamt 19.700 Euro dotiert. Unserer Urkunde lag ein schöner Scheck in Höhe von 1.000 Euro bei, den wir gleich dem Dorfcafé-Konto gutgeschrieben haben. Das lässt uns Spielräume, weitere tolle Künstler und Künstlerinnen für die Kulturabende im Dorfcafé zu engagieren.
Landrat Dr. Ansgar Müller erklärte, dass Projekte ausgewählt wurden, die zum Mitmachen anregen, innovativ und kreativ sind und Modellcharakter für andere Dörfer und Städte haben.
Zusammen mit Paul-Gerhard Buyken und Andreas Böckler habe ich stellvertretend für uns alle, die wir unsere Zeit und unser Engagement für das Dorfcafé einsetzen, den Ehrenamtspreis in der Niederrheinhalle Wesel vor 250 Gästen entgegengenommen.  Wir sind stolz, dass unser Dorfcaféprojekt auf so vielen Füßen steht und bereits nach zwei Jahren eine solche öffentliche Wertschätzung erfahren hat.
Alle, die helfen, dass das Dorfcafé lebt, sind eingeladen am Freitag, den 27. September um 19.30 Uhr gemeinsam zu feiern. Es gibt ein leckeres Abendessen und ein kulturelles Programm: Chanson-Lyrik gesungen und musiziert mit dem Musikerpaar Uwe und Christine Brosch. Wer kommen möchte, meldet sich bitte bis zum 13. September an.

Daniela Herlyn-Kern