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Mit dem Abschied unseres langjährigen Pfarrstelleninhabers Stefan Maser endete für die Gemeinde eine prägende Zeit. Nach vielen Jahren engagierten Wirkens ist er in den Ruhestand gegangen und zugleich an einen neuen Wohnort gezogen. Solche Veränderungen markieren oft einen besonderen Moment im Leben einer Gemeinde: Vertrautes wird losgelassen, Neues darf wachsen. Übergänge bewusst zu gestalten, Erinnerungen zu würdigen und zugleich neugierig nach vorne zu blicken, ist dabei eine wertvolle Gelegenheit.
Umso schöner ist es, dass im Juni Pfarrerin Annika Panzer ihren Dienst aufnehmen wird. Bevor sie offiziell ihren Platz in der Gemeinde einnimmt, begegnen sich „Vergangenheit“ und „Zukunft“ noch einmal in einem persönlichen Gespräch: Der ehemalige Pfarrer interviewt seine Nachfolgerin. Dabei geht es um ihren Weg ins Pfarramt, ihre Erwartungen an die neue Aufgabe und die Gedanken, mit denen sie ihren Dienst beginnt (Nadja Hübinger):

Aus dem hessischen Bergland, von einem Ort, wo im Winter sogar Ski gelaufen wird, an den Niederrhein! Eine andere Familie ist ja gerade in die entgegengesetzte Richtung gezogen.
Ich habe mir den Niederrhein tatsächlich zum ersten Mal im letzten Herbst näher angesehen, als ich von der freien Stelle gehört hatte und die Gegend hat mir auf Anhieb richtig gut gefallen. Zudem liegt es auch nah genug bei Essen, so dass mein Verlobter gut zur Arbeit an der Uni pendeln kann. Also ländlich mit Großstadtnähe – genau das, was wir uns erhofft haben – und außerdem hört man vom Niederrhein doch nur Gutes!

Als du angefangen hast mit diesem Beruf, hattest du sicher eine Vorstellung vom Pfarrerin-Sein.
Naja, eine Vorstellung schon. Aber ich war mir nicht sicher, ob ich selbst wirklich Pfarrerin sein kann und möchte. Die endgültige Klarheit, dass „Pfarrerin“ auch meine Berufung ist, kam dann tatsächlich mit der ersten Beerdigung im Vikariat, unserer praktischen Ausbildung. Da habe ich gemerkt: Ja, genau das möchte ich: Menschen in den unterschiedlichsten – auch schweren – Situationen begleiten und ihnen von unserer christlichen Hoffnung erzählen, von dem, was auch mich trägt.

Seitdem ist schon wieder einige Zeit vergangen. Acht Jahre allein in der letzten Gemeinde …
Da hat sich viel geändert und es wird sich weiter verändern. Deshalb müssen wir uns in unseren Gemeinden Fragen stellen und gemeinsam herausfinden, wie wir Kirche für die Menschen sein wollen. Wo es Gestaltungsräume gibt. Welche Begegnungsorte es braucht. Was gerade „dran“ ist. Und das wird nur gemeinsam gehen. Im Miteinander von Gemeinden, von Haupt- und Ehrenamtlichen.
Besonders dann, wenn wir nicht nur im vertrauten und bequemen eigenen Kreis bleiben wollen. So ein Miteinander in der Region ist ja auch in Hoerstgen schon gewachsen, besonders zusammen mit Lintfort.
Ich freue mich auch darauf, zu sehen und zu hören, welche Ideen, Wünsche und Pläne es gibt.

Wenn in Hoerstgen demnächst mal jemand sagt: „Wir sind hier ja ‚eigentlich‘ eine reformierte Gemeinde.“?
Dann würde ich erst mal offen sagen, dass ich ‚eigentlich‘ bisher als „unierte“ Pfarrerin unterwegs war. Und dann fragen: „Was bedeutet dies reformiert-Sein denn für dich? Und was davon wünschst du dir weiter in deiner Gemeinde?“

Und wer in den nächsten Monaten in Rheurdt und Sevelen in die Gemeindehäuser kommt, soll auf jeden Fall merken . . .
… dass es Orte sind, an denen wir Gottesdienst feiern und Gemeinde sind. Räume, in denen Menschen sich wahr- und angenommen fühlen sollen.

Und wer dann mal bei euch zu Hause reinkommt . . .
Das wird ja dann in Wachtendonk sein, denn dort werden wir wohnen. Zurzeit findet man dort viel leeren Raum, ab nächster Woche wohl sehr viele Umzugskartons, aber dann ab Juni hoffentlich so langsam ein neues Zuhause. Denn neben allem Unterwegssein und Dasein in den Gemeinden und bei den Menschen braucht wohl jede*r auch einen Ort zum Auftanken.
Ich freu mich auf alles, was kommt und bin sehr gespannt!

Fragen und Stichworte von Stefan Maser, Pastor in Hoerstgen von 1997 bis 2025

Unsere Gemeinde freut sich darauf, Pfarrerin Annika Panzer kennenzulernen und gemeinsam mit ihr die kommende Zeit zu gestalten.
Für ihre Dienst wünschen wir ihr einen guten Start, viele bereichernde Begegnungen und Gottes Segen für alle Aufgaben und Wege,die vor ihr liegen.

Nadja Hübinger, Stellv. Vositzende des Presbyteriums

Unsere Kirchengemeinde befindet sich während der Vakanz in einer spannenden und zugleich herausfordernden Phase der Entwicklung. Besonders bewegt uns dabei der Prozess der Wiederbesetzung unserer Pfarrstelle.
Mitte September wurde die Stelle im Amtsblatt der Evangelischen Kirche im Rheinland veröffentlicht – der Prozess ist im Gange.
Über den aktuellen Stand der Pfarrwahl wurde in der Gemeindeversammlung am Buß- und Bettag berichtet – also nach Redaktionsschluss dieses Gemeindeboten.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung können wir daher noch keine neuen Informationen mitteilen. Wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich der Weg zur Neubesetzung unserer Pfarrstelle weiter gut entwickelt und wir in absehbarer Zeit mehr berichten können.
Eine Zeit der Herausforderungen – und des Miteinanders
Die aktuelle Vakanz bringt einige organisatorische Veränderungen mit sich. Uns ist wichtig, dass alle wissen, wer in dieser Zeit erreichbar ist und wie.
Dafür wurde ein neues Gemeindebüro im Gemeindehaus Hoerstgen, Dorfstraße 7, eingerichtet.
Bis zum Erscheinen dieses Gemeindeboten wird es dort (hoffentlich) einen neuen Telefonanschluss geben – weiterhin unter der bekannten Nummer 02842 / 4551. Über den Anrufbeantworter werden Informationen zu Erreichbarkeiten und Ansprechpartnern bereitgestellt.
Ganz sicher schon aktiv ist die neue E-Mail-Adresse: hoerstgen@ekir.de
Eingehende Mails werden zuverlässig abgerufen, und Sie erhalten selbstverständlich eine Rückmeldung von uns.
Herzlicher Dank für Unterstützung und Begleitung
Ein ganz herzlicher Dank gilt den Pfarrerinnen und Pfarrern der Region 6 unseres Kirchenkreises Moers: Pfarrer Michael Hammes, Pfarrer Frank Hartmann, Pfarrer Frank Rusch, Pfarrer Stefan Vogt und Pfarrerin Juliane Kollmann-Rusch.
Sie übernehmen während der Vakanz die Gottesdienste sowie die Kasualdienste – insbesondere Beerdigungen, aber auch Taufen und Konfirmandenunterricht.
Dank gilt ebenso Heike Jansen, der Gemeindesekretärin der Evangelischen Kirchengemeinde Lintfort, sowie Renate Rusch aus dem Verwaltungsamt in Moers für ihre Unterstützung und Begleitung in dieser Zeit.
Gottesdienste in der Vakanz
Dank der Hilfe unserer Lintforter Pfarrer können auch in der Zeit ohne feste Pfarrperson regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Ein Gottesdienstplan für Dezember bis Februar ist in diesem Gemeindeboten abgedruckt.
Besonders in der Weihnachtszeit ist das keine Selbstverständlichkeit – umso dankbarer sind wir, dass auch in diesem Jahr an Heiligabend wieder drei Gottesdienste gefeiert werden können: 15 Uhr Familiengottesdienst im Gemeindezentrum Rheurdt, 17 Uhr Christvesper in der Dorfkirche Hoerstgen, 23 Uhr Christmette in der Dorfkirche Hoerstgen
Darüber hinaus feiern wir wieder gemeinsame Gottesdienste mit der Kirchengemeinde Lintfort – mal in unseren Kirchen, mal in der Christuskirche oder Kreuzkirche in Lintfort.
Sollte unsere Pfarrstelle noch vor Ende Februar neu besetzt werden, wird die neue Pfarrerin oder der neue Pfarrer selbstverständlich die Gottesdienste übernehmen. Aktuelle Informationen dazu finden Sie dann in unseren Schaukästen und hier auf unserer Website www.kirche-hoerstgen.de

Wir, die Evangelische Kirchengemeinde Hoerstgen, suchen zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine engagierte und zukunftsorientierte Pfarrperson oder ein Pfarrehepaar (m/w/d) mit einem Dienstumfang von 100 Prozent zur Wiederbesetzung.

Das Besondere an dieser Pfarrstelle:
Die Kirchengemeinde Hoerstgen stellt einen 75-Prozent- Anteil, die Kirchengemeinde Lintfort einen Anteil von 25 Prozent. Beide Gemeinden bilden den „Kooperationsraum Nord“ in der Region 6 unseres Kirchenkreises Moers.
Unsere Kirchengemeinde Hoerstgen umfasst ca. 2500 Gemeindemitglieder, die der Kirchengemeinde Lintfort ca. 7600 Gemeindemitglieder. In unserem Zentrum stehen die Gottesdienste in Kirche, Schule und Altenheim sowie der Konfirmandenunterricht. Darüber hinaus gibt es viele eigenständige Gemeindegruppen wie Seniorenkreise, Frauen- und Männerkreise,
unsere Bücherei und Kindergruppen. Kinderbibeltage und der „Konfi-Kids“-Unterricht werden ebenfalls eigenständig von ehrenamtlich Mitarbeitenden gestaltet. Unsere musikalischen Angebote werden durch unsere B-Kirchenmusikerin geleitet und gestaltet. Zusätzlich leitet ein Prädikant regelmäßig eigene Gottesdienste.
Unsere Gemeinde im ländlichen Raum zeichnet sich durch ein dynamisches Presbyterium aus, das Mut zu Veränderungen zeigt und offen für Neues ist. Zugleich wissen wir das Gute zu bewahren, das unsere Gemeinde geprägt hat. Auf der Grundlage der frohen Botschaft von Jesus Christus gestalten wir ein lebendiges, von Glauben getragenes Miteinander. Wir sind eine Kirchengemeinde mit reformierten Wurzeln, die eine lebensnahe und pragmatische Gemeindearbeit umsetzt.
Wir sind verantwortlich für drei Predigtstellen und leben von der Vielfalt unserer Gemeindemitglieder. Offenheit, Flexibilität und Toleranz prägen unser Miteinander. Wir legen großen Wert auf Austausch und gemeinsames Gestalten. Unser Ziel ist es, eine Gemeinde zu sein, die am Menschen orientiert ist, Verantwortung übernimmt und sich stetig weiterentwickelt.

Was wir suchen:
eine Pfarrperson/ein Pfarrehepaar (m/w/d) mit Herz für die Gemeindearbeit und Freude an Gemeinschaft und Austausch, Bereitschaft, gemeinsam bestehende Konzeptionen zu hinterfragen, Bewährtes zu bewahren und neue Wege zu gehen, Verantwortungsbewusstsein und Mut zu Veränderungen.

Was wir bieten:
eine lebendige, lebensnahe Gemeinde mit großem Potenzial, ein motiviertes Presbyterium und engagierte Mitarbeitende, die Möglichkeit, aktiv die Zukunft unserer Gemeinde mitzugestalten, arbeiten nach dem Zeitmodell A „Zeit fürs Wesentliche“, Zusammenarbeit nach Vereinbarung zwischen den Kirchengemeinden Hoerstgen und Lintfort, mit enger Kooperation im Pfarrteam der Kirchengemeinde Lintfort.
Wenn Sie Freude daran haben, mit Herz, Verstand und Glauben die Zukunft einer lebendigen Gemeinde zu gestalten, freuen wir uns auf Ihre Bewerbung!
Auf Wunsch sind wir bei der Wohnungssuche in Hoerstgen und Umgebung behilflich; auch das Pfarrhaus steht zur Verfügung.

Wir freuen uns auf Sie – gemeinsam gestalten wir eine lebendige Zukunft! Mit Ihrer Bewerbung stimmen Sie der Weitergabe Ihrer Bewerbungsunterlagen an das Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Lintfort zu. Mitglieder des Leitungsorgans der Ev. Kirchengemeinde Lintfort werden zu den Bewerbungsgesprächen beratend hinzugezogen.

Für Rückfragen stehen Ihnen gerne zur Verfügung:
Nadja Hübinger
(Stellvertretende Vorsitzende des Presbyteriums in Hoerstgen, Handy 0172 6870681, E-Mail nhuebinger@gmx.de),
Lutz Zemke
(Vorsitzender des Presbyteriums in Lintfort, Handy 0157 30653636, E-Mail lutz.zemke@ekir.de).

Bitte richten Sie Ihre Bewerbung mit dem Nachweis der Wahlfähigkeit nach § 2 Absatz 1 PStG innerhalb von drei Wochen nach Erscheinen des Amtsblattes an das Presbyterium der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen über den Superintendenten Pfarrer Wolfram Syben, Mühlenstra.e 20, 47441 Moers, oder per E-Mail: superintendentur.moers@ekir.de.

Erinnern Sie sich noch an den Artikel im letzten Gemeindeboten mit dem Titel „Veränderung gehört zum Leben“? Darin haben wir ausführlich über unseren Weg hin zu einer pfarramtlichen Verbindung mit der Kirchengemeinde Lintfort berichtet. Viele Gespräche hatten stattgefunden, alle regionalen und kirchenkreislichen Beschlüsse zur neuen Pfarrstellenkonzeption waren gefasst – wir waren auf dem Endspurt. Bald sollte es konkret werden.
Doch dann kam alles anders…
Genau an dem Tag, als der letzte Gemeindebote verteilt wurde, erreichte uns die Nachricht:
Pfarrerin Dorothee Neubert, bisher auf der 3. Pfarrstelle in Lintfort tätig, wird sich beruflich neu orientieren. Ab September 2025 wird sie ihren Dienst im Kirchenkreis Kleve aufnehmen.
An dieser Stelle danken wir Pfarrerin Neubert herzlich für ihre Unterstützung in den vergangenen Jahren – sei es durch Gottesdienste, Beerdigungen oder in anderen Bereichen. Für ihren weiteren Weg wünschen wir ihr Gottes reichen Segen!
Die ursprünglich geplante pfarramtliche Verbindung zwischen Hoerstgen und Lintfort sollte sicherstellen, dass eine Pfarrperson aus Lintfort auch unserem Presbyterium angehört und zu dessen Vorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender gewählt werden kann.


Doch mit dem Weggang von Pfarrerin Neubert wurde klar:
In Lintfort verbleiben auch nur noch zwei Pfarrer. – Das „größere Loch“ entsteht aber in Hoerstgen. Und hier braucht es nun eine neue Pfarrperson.
Heißt das nun: all die Planungen der letzten Monate waren umsonst?
Ganz klar: Nein!
Im Gegenteil: Die intensive Auseinandersetzung im Presbyterium mit unserer Gemeindesituation – insbesondere mit Blick auf die Rolle eines Pfarrers oder einer Pfarrerin, das Thema „Zeit fürs Wesentliche“ und die Zukunftsperspektiven unserer Gemeinde – haben uns gut vorbereitet. So konnten wir gedanklich zügig umschwenken: Statt einer pfarramtlichen Verbindung soll die Pfarrstelle Hoerstgen nun mit 100 % neu ausgeschrieben werden, wobei 25 % der Dienstzeit in Lintfort erbracht werden soll.

Der Antrag unserer Gemeinde auf Freigabe der Pfarrstelle zur Wiederbesetzung wurde vom Kreissynodalvorstand ausdrücklich befürwortet. Und inzwischen hat auch die Landeskirche die Stelle zur Ausschreibung im rheinlandweiten „Kirchlichen Amtsblatt“ freigeben. Ein großer Dank gilt an dieser Stelle unserem Superintendenten, Wolfram Syben, den beteiligten Presbyterien der Region 6 sowie den Pfarrern aus Lintfort für ihre Unterstützung, Geduld und Mitwirkung in dieser herausfordernden Phase.
Viele Wege wurden überlegt – und der nun eingeschlagene ist tragfähig und zukunftsorientiert.

Wie sich wohl alles weiter entwickelt? Das erfahren wir spätestens auf unserer Gemeindeversammlung am Buß- und Bettag (Mittwoch, 19.11.2025).
Nach über zwei Jahrzehnten in der Jugendhilfe habe ich gelernt: Es ist wichtig, Pläne zu haben – durchdacht, abgestimmt, wohlüberlegt. Doch es ist genauso wichtig, bereit zu sein, sie über Bord zu werfen, wenn sich die Lage verändert.
Dabei bin ich nach wie vor überzeugt: Egal, was vor uns liegt – Ja, durch Gottes Hilfe!

Diakon Holger Koopmann