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Erinnern Sie sich noch an den Artikel im letzten Gemeindeboten mit dem Titel „Veränderung gehört zum Leben“? Darin haben wir ausführlich über unseren Weg hin zu einer pfarramtlichen Verbindung mit der Kirchengemeinde Lintfort berichtet. Viele Gespräche hatten stattgefunden, alle regionalen und kirchenkreislichen Beschlüsse zur neuen Pfarrstellenkonzeption waren gefasst – wir waren auf dem Endspurt. Bald sollte es konkret werden.
Doch dann kam alles anders…
Genau an dem Tag, als der letzte Gemeindebote verteilt wurde, erreichte uns die Nachricht:
Pfarrerin Dorothee Neubert, bisher auf der 3. Pfarrstelle in Lintfort tätig, wird sich beruflich neu orientieren. Ab September 2025 wird sie ihren Dienst im Kirchenkreis Kleve aufnehmen.
An dieser Stelle danken wir Pfarrerin Neubert herzlich für ihre Unterstützung in den vergangenen Jahren – sei es durch Gottesdienste, Beerdigungen oder in anderen Bereichen. Für ihren weiteren Weg wünschen wir ihr Gottes reichen Segen!
Die ursprünglich geplante pfarramtliche Verbindung zwischen Hoerstgen und Lintfort sollte sicherstellen, dass eine Pfarrperson aus Lintfort auch unserem Presbyterium angehört und zu dessen Vorsitzender oder stellvertretender Vorsitzender gewählt werden kann.


Doch mit dem Weggang von Pfarrerin Neubert wurde klar:
In Lintfort verbleiben auch nur noch zwei Pfarrer. – Das „größere Loch“ entsteht aber in Hoerstgen. Und hier braucht es nun eine neue Pfarrperson.
Heißt das nun: all die Planungen der letzten Monate waren umsonst?
Ganz klar: Nein!
Im Gegenteil: Die intensive Auseinandersetzung im Presbyterium mit unserer Gemeindesituation – insbesondere mit Blick auf die Rolle eines Pfarrers oder einer Pfarrerin, das Thema „Zeit fürs Wesentliche“ und die Zukunftsperspektiven unserer Gemeinde – haben uns gut vorbereitet. So konnten wir gedanklich zügig umschwenken: Statt einer pfarramtlichen Verbindung soll die Pfarrstelle Hoerstgen nun mit 100 % neu ausgeschrieben werden, wobei 25 % der Dienstzeit in Lintfort erbracht werden soll.

Der Antrag unserer Gemeinde auf Freigabe der Pfarrstelle zur Wiederbesetzung wurde vom Kreissynodalvorstand ausdrücklich befürwortet. Und inzwischen hat auch die Landeskirche die Stelle zur Ausschreibung im rheinlandweiten „Kirchlichen Amtsblatt“ freigeben. Ein großer Dank gilt an dieser Stelle unserem Superintendenten, Wolfram Syben, den beteiligten Presbyterien der Region 6 sowie den Pfarrern aus Lintfort für ihre Unterstützung, Geduld und Mitwirkung in dieser herausfordernden Phase.
Viele Wege wurden überlegt – und der nun eingeschlagene ist tragfähig und zukunftsorientiert.

Wie sich wohl alles weiter entwickelt? Das erfahren wir spätestens auf unserer Gemeindeversammlung am Buß- und Bettag (Mittwoch, 19.11.2025).
Nach über zwei Jahrzehnten in der Jugendhilfe habe ich gelernt: Es ist wichtig, Pläne zu haben – durchdacht, abgestimmt, wohlüberlegt. Doch es ist genauso wichtig, bereit zu sein, sie über Bord zu werfen, wenn sich die Lage verändert.
Dabei bin ich nach wie vor überzeugt: Egal, was vor uns liegt – Ja, durch Gottes Hilfe!

Diakon Holger Koopmann