Nachthimmel in Hoerstgen, Foto: Ulrike AnhammIn eurer Heimat hat er euch fasziniert, zum Aufbruch und auf den Weg gebracht. Nun steht er über einer kleinen Stadt, wie es hunderte gibt. Habt ihr ihn noch im Blick? Er führt euch an einen merkwürdigen Ort. Nicht in die Hauptstadt und zum Königspalast. Sondern zu einem armen neugeborenen Fremdlingskind. Ihr seid enttäuscht, findet nicht, dass das die Reise lohnt? Aber hier sollt ihr das große Geheimnis für euer Leben und eure Wege erfahren: Der lebendige Gott, Schöpfer der Erde, der Sonnen und Sterne ist nicht himmelweit entfernt. Er ist euch nahe gekommen. So tief herunter ist er gekommen, dass niemand mehr zu denken braucht, dass er zu klein oder zu unbedeutend ist, als dass Gott sich für ihn interessieren könnte. Und er fängt schon an, euch zu verändern. Ihr habt etwas mitgebracht, nicht wahr? Es war für einen König bestimmt, wie euer König zu Hause einer ist, reich und mächtig. Einer, zu dem man gerne gute Beziehungen hat. Lasst eure Gaben hier, bei dem armen Kind und seinen Eltern, die sie gut gebrauchen können. Hier ist der wahre König. Hier wollte euch der Stern hinbringen.

Aus seinem Glanz und Lichte tritt er in deine Nacht:
Und alles wird zunichte, was dir so bange macht.
(Jochen Klepper 1938)
Ihr werdet nicht ewig hier bleiben. Ihr werdet wieder aufbrechen und wieder durch Wüsten ziehen, Strapazen und Mühen aushalten und in Gefahr sein. Aber etwas wird anders sein als vorher. Von jetzt an wisst ihr, dass Gott mit euch solidarisch ist, keinen göttlich-vornehmen Abstand hält, sondern euer Leben mit seinen Lasten und Ängsten und Gefahren zu seiner Sache macht. Das zeigt er in diesem Kind und seiner armen Geburt irgendwo am Rande. So bringt er euch auf neue Wege. Als erstes macht er euch dem ungehorsam, der auf Gewalt und Tod sinnt. Und wer weiß, vielleicht seht ihr dann und wann auf euren Reisen wieder einen Stern, freundlich leuchtend und begleitend – ein Zeichen von Gott.

Pfarrer Stefan Maser

(Die Geschichte von den Weisen aus dem Osten und dem Stern  steht in der Bibel im Matthäusevangelium, Kapitel 2.)

Stern über Bethlehem

Stern über Bethlehem, zeig uns den Weg, führ uns zur Krippe hin, zeig wo sie steht, leuchte du uns voran, bis wir dort sind, Stern über Bethlehem, führ uns zum Kind.
Stern über Bethlehem, nun bleibst du stehn und lässt uns alle das Wunder hier sehn, das da geschehen, was niemand gedacht, Stern über Bethlehem, in dieser Nacht.
Stern über Bethlehem, wir sind am Ziel, denn dieser arme Stall birgt doch so viel. Du hast uns hergeführt, wir danken dir, Stern über Bethlehem, wir bleiben hier!
Stern über Bethlehem, kehrn wir zurück, steht noch dein heller Schein in unserm Blick, und was uns froh gemacht, teilen wir aus, Stern über Bethlehem, schein auch zu Haus.

(eg 546)

0 Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.