Gelobet sei der Herr täglich. Gott legt uns eine Last auf, aber er hilft uns auch. Wir haben einen Gott, der da hilft, und den Herrn, der vom Tode errettet.
(Psalm 68, 20-21  – Bibellese am Sonntag, 1. Juni )

Psalmen, die Gebete und Lieder Israels, gehören auch zum christlichen Gottesdienst. Wer dem ökumenischen Bibelleseplan folgt, findet immer sonntags einen Psalm. Aus den Klöstern und anderen Gemeinschaften kommt der Brauch, Psalmen im Wechsel zu beten oder auf einen „Psalmton“ zu singen. Die reformierten evangelischen Gemeinden lieben gereimte Nachdichtungen der Psalmen als Gemeindelieder.
Der Reimpsalm 68 wird die „Hugenotten-Marseillaise“ genannt, die Hymne der französischen Protestanten. Er war ihr Trost- und Trotzlied in den häufigen Verfolgungszeiten. Es soll nicht verschwiegen werden, dass er dann auch gesungen wurde, wenn einmal Hugenottenscharen angriffen.
„Lasst uns zum Schluss noch einmal unser Lied singen“, sagt die eigentlich noch ziemlich junge Pfarrerin. Und die ganze Versammlung stimmt ohne weiteres Fragen an:
„Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm/ sei unserm Gott im Heiligtum,/ der Tag für Tag uns segnet;/ dem Gott, der Lasten auf uns legt,/ doch uns mit unsern Lasten trägt/ und uns mit Huld begegnet./ Sollt ihm, dem Herrn der Herrlichkeit,/ dem Gott vollkommner Seligkeit,/ nicht Ruhm und Ehr gebühren?/ Er kann, er will, er wird in Not/ vom Tode selbst und durch den Tod/ uns zu dem Leben führen.“ (eg 281, 3)
Der deutsche Text vom Weseler Matthias Jorissen ist mehr als 200 Jahre alt, die Melodie sogar fast 500. Aber es steckt einfach eine Menge Gutes drin:
Die Strophe ist reine Anbetung Gottes. Das ist kein Privileg der „Frommen und noch Frommeren“ und ihrer Lieder. Zum täglichen Segen gehört täglicher Dank.
Der eine, einzige Gott legt die Lasten des Lebens auf. Die Vorstellung, dass eine andere Macht das tut, wäre schrecklich und wird in der Bibel mehrfach bekämpft. Seine Hilfe ist, dass er nicht nur diese Last tragen hilft, die mir vielleicht so schwer vorkommt. Sondern dass er mich gleich mit trägt und erträgt, mit der Belastung, die ich oft für andere oder für mich selbst bin.
Stefan MaserUnd „er kann, er will, er wird“ ist einfach biblische Logik. „Er kann und er will“ sagen mir die Berichte von Gottes Hilfe in der Bibel. Und es wächst das Vertrauen, dass er auch mir helfen wird. Sogar durch den Tod, sagt dieser Psalm seit ältester Zeit
Ich hätte nichts dagegen, wenn „Reimpsalm 68“ auch unser Lied wird!

Ihr und Euer Pfarrer Stefan Maser

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