Fürchte dich nicht! Rede und schweige nicht!
Denn ich bin mit dir,
und niemand soll sich unterstehen, dir zu schaden,
denn ich habe ein großes Volk in dieser Stadt.

(Apostelgeschichte 18, 9+10 – Monatsspruch für den Juli)

Pfarrer Stefan Maser, Bild: Wolfgang Lietzow„Macht ihr eigentlich auch ’richtige’ Mission?“ Für einige ist Mission, die auf die Entscheidung einzelner Menschen zum lebendigen Glauben zielt, die Hauptaufgabe der Kirche, an der sie Christen und Gemeinden messen.
Für andere ist „Mission“ fast ein Unwort. Sie denken an dunkle Kapitel der Missionsgeschichte und sehen mit Bedenken, wenn auch heute „Bekehrte“ ihren „Missionaren“ dann irgendwie so schrecklich ähnlich werden. Sie wollen lieber jeden „nach seiner eigenen Fasson selig werden lassen“.
Jugendliche sind da eher unbelastet. Für sie bedeutet „Mission“ (oft auch englisch ausgesprochen) einfach den eigenen Auftrag. So kommt es ja auch in vielen Filmen und Geschichten vor.
Was gibt es zu lernen von der Ermutigung seines Herrn Jesus Christus für den Missionar Paulus? Erstens: Die großen Zusagen und Ermutigungen Gottes, alle aus der hebräischen Bibel, gelten auch für ihn. Darauf kann er sich verlassen. Das muss er wissen, nachdem er schon Misshandlungen und willkürliche Verhaftung erlebt hatte. Aber das Zweite, das mit dem großen Volk? Es bedeutet nicht, dass die Christen jetzt bald so mächtig sind und so sicher leben, dass Paulus gar nichts mehr passieren kann. Es bedeutet: Auch in dieser Stadt gibt es schon unzählige Menschen, die Jesus und seinem Vater am Herzen liegen. Sie sind Paulus’ „Mission“.
Mission ist, zu Menschen hinzugehen mit dem entlastenden Wissen, dass Gott auch zu ihnen unterwegs, Jesus eigentlich schon da ist. Dann kommt es darauf an, auf ihre Lebenslage zu achten, zu hören und wirklich wahrzunehmen, was bei ihnen los ist, zu sagen, was zu sagen ist und ändern zu helfen, was unerträglich ist. Eine Aufgabe für „Herz und Mund und Tat und Leben“ sozusagen. So nehmen wir teil an Gottes Mission, seinem Weg als Befreier zu seinen Menschen.
Weil Gottes Volk so groß ist, reicht es übrigens, wenn ein Christ oder eine Christin gerade für einen anderen Menschen oder eine Lebenslage im Einsatz ist – oder sich davon ausruht. Er oder sie kann und braucht nicht zur gleichen Zeit noch bei mehreren Anderen zu sein. Dafür gibt’s noch Andere.
Und das gilt für die „Hauptamtlichen“ genauso wie für die nicht-hauptberuflichen Christen.
Die alte Missionsgesellschaft im Rheinland arbeitet heute unter dem Namen „United in Mission“, auf deutsch etwa: „Gemeinsam an Gottes Aufgabe“. In ihr sind Kirchen und Gemeinden in vielen Teilen der Welt als Partner miteinander verbunden (denn es gibt in jedem Land der Welt christliche Kirchen und Gemeinden). Sie arbeiten gemeinsam an den Aufgaben, die die Kirchen am Ort in ihrer Umgebung erkennen. Und kein Missionar reist mehr von Deutschland los, um an den örtlichen Gemeinden vorbei „Christen zu schaffen nach unserem Bilde“.
Bleibt nur noch die Frage, bei welchem Menschen meine nächste Mission ist. Dass Jesus schon dort ist, wenn ich komme, steht aber fest.
Mit den übrigen Mitarbeitenden der Gemeinde grüßt herzlich
Ihr und Euer Stefan Maser, Pfarrer in Hoerstgen

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