Holger Koopmann (Foto: W. Lietzow)

Als ich gefragt wurde, etwas für diese Rubrik des Gemeindeboten zu schreiben, sagte ich gerne zu. Thematisch gab es keine Einschränkungen. Ich darf also über alles schreiben…
– das mit dem alles schreiben ist ja immer so ein Problem! Wo fange ich an und wo höre ich auf? Alles setzt ungeahnte Möglichkeiten, führt aber auch schnell zu einer Überforderung.
Ich habe bei einem Vorbereitungstreffen zur Allianz Gebetswoche schon einmal mit Joachim Lang darüber philosophiert. Unsere These: Wenn ich der Gemeinde während des Gottesdienstes sage, sie darf in den nächsten sechs Minuten in der Stille über alles beten, was jeden Einzelnen persönlich und in der Welt bewegt, gebraucht man in der Regel  fünf Minuten dazu, um zu überlegen, was einen denn überhaupt bewegt: persönlich, in der Gemeinde, der Stadt, in der Welt…
Wenn man keine Entscheidungshilfen hat, ist „Alles“ halt manchmal ein bisschen viel auf einmal. Meine Kinder standen letztens vor dem gleichen Problem. Jedes durfte sich ein Spielzeug aus der großen Angebotsbox heraussuchen. – Aber es waren doch so viele und alle so spannend! – Wofür sollten die Kinder sich jetzt entscheiden? – So standen wir mindestens 10 Minuten vor dieser Box, ohne dass eine Entscheidung gefallen wäre. Letztendlich haben wir jedem Kind zwei Dinge zur Vorauswahl gegeben, und so konnten sie sich endlich für eines entscheiden.
In dem Gottesdienst der Alianzgebetswoche haben wir ähnliche Vorgaben gemacht: Beten Sie über etwas, was Sie heute persönlich bewegt hat. Beten Sie für die Welt, indem Sie eine Zeitungsseite nehmen und für die Menschen beten, die mit ihren Geschichten, ihren Sorgen, Nöten, aber auch Freuden auf dieser Zeitungsseite abgedruckt sind. Durch die Fokussierung auf Teilbereiche habe ich letztendlich mehr Zeit für das Wesentliche, als wenn ich erst einmal das große Ganze sondieren muss.
Ich denke, dass es uns in unserem Leben oft so geht. Immer dann, wenn die Entscheidungsmöglichkeit mein Leben zu gestalten zu groß wird, befällt mich eine Furcht vor dem nächsten Schritt. Wofür soll ich mich entscheiden? Da ist es doch gut, dass uns als Christen ein „Entscheidungshelfer“ an der Seite steht. Jesus sendet uns mit dem heiligen Geist seinen Stellvertreter auf Erden, der uns Tröster, Ermahner und Beistand ist. (vgl. Joh. 14,15ff) Der Heilige Geist weist uns auf das Leben und Wirken von Jesus Christus und wird uns so zum Entscheidungshelfer in unserem Leben. Mit Jesus vor Augen stehen uns immer noch alle Möglichkeiten offen. Es werden uns jedoch richtungsweisende Wege eröffnet, die wir nur noch zu beschreiten haben. Jesus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich. (Joh. 14,6)
Wenn Sie also mal wieder eine Entscheidungshilfe im Leben gebrauchen, wenden Sie sich einfach an unseren Herrn Jesus Christus. Immer, jederzeit und an jedem Ort dürfen Sie sich mit all Ihren Problemen und Fragen an Ihn wenden.  Wenn Ihnen das jetzt zu viel oder zu allgemein ist (und Sie vielleicht überfordert sind): fokussieren sie das Angebot! Kommen Sie doch einfach in den Gottesdienst!! Termine finden Sie in diesem Gemeindebrief.
Gott segne Ihre Wege, mit herzlichen Grüßen

Diakon Holger Koopmann

Holger Koopmann (Foto: W. Lietzow)

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