Und in unserer Kirche bleibt es trotzdem noch still.

So begrüßen wir Sie zu einem kleinen Gottesdienst zum Anhören aus der Hoerstgener Kirche, etwa 5 min lang. 

Wir hören aus Lied 335 „Ich will den Herren loben“ und Lied 320 „Nun lasst uns Gott, dem Herren“.  Lied 335 und 320 im Evangelischen Gesangbuch.
Mit dabei sind unsere Glocken, Kirchenmusikerin Annette Lubenow und eine Aufnahme des Hoerstgener Kirchenchors.

Es spricht Ihr Pastor Stefan Maser. 

Kurz-Gottesdienst aus der Hoerstgener Kirche zum Anhören am Telefon unter der Nummer des Hoerstgener Gemeindehauses 02842 – 92 86 587

Überall hören wir „dennoch“ und „trotzdem“.

Die Zahl der Neuinfektionen geht zurück, dennoch bleiben viele Einrichtungen geschlossen. Die medizinische Versorgung reicht, trotzdem bleiben die vielen Vorschriften und Verbote. Die Parks und Anlagen grünen und blühen, trotzdem dürfen die Menschen nur „auf Abstand“ hinein. Wir dürften Gottesdienste halten. Aber wie die aussehen müssten und was passieren könnte, schreckt uns noch ab. Alles nötig, damit es nicht ganz furchtbar wird wie anderswo. Höchstwahrscheinlich. 

Und dennoch nicht zu den Großeltern, die Älteren gar nicht nach draußen. Kinder nicht auf den Spielplatz, zu anderen.  Und trotzdem spielen, lernen, sich vertragen. Arbeiten von zu Hause, kochen, waschen, geduldig sein und lächeln. Obwohl Sorgen um das Familieneinkommen und die Zukunft schon dabei sind.

All diese „Dennochs“ umzingeln uns. Sie nagen an den Kräften und zerren an den Nerven.  Ein „Dennoch“ ist anders. Es wird in einem Psalmvers ausgesprochen. Also wahrscheinlich eher gesungen. Und musiziert. 

„Gott ist dennoch Israels Trost/ für alle, die reinen Herzens sind.“


Das klingt nicht laut und trotzig, sondern eher zart und genau. 
Und zuversichtlich. Ja, ich brauche Trost. Und Gott selbst tröstet.  Er nimmt den „Denn-Nochs“ ihre Waffen und Spitzen aus der Hand, mit denen sie mich umzingeln und bedrohen. Und obwohl sie dadurch nicht einfach verschwinden, haben sie plötzlich nicht mehr das letzte Wort.

Gott ist bei den Zermürbten und Genervten. Bei denen, die gelassen durchhalten, und denen, die wütend sind und sich allein gelassen fühlen. Und bei denen, die über’s Eigene hinaus nach anderen fragen und für sie den Mund aufmachen. 
Und das Herz bleibt rein. Verbittert und verfinstert sich nicht. Und verliert sich nicht an irgendwelches böses Gerede. 

Singt und spielt und macht die Herzen weit damit!

„Gott ist dennoch Israels Trost für alle, die reinen Herzens sind. “

Trotz allem und immer. Und deshalb gerade auch jetzt.

Wir bitten deine Güte,/ wollst uns hinfort behüten,/ Uns Große mit den Kleinen; du kannst’s nicht böse meinen.

Erhalt uns in der Wahrheit,/ gib ewigliche Freiheit,/ zu preisen deinen Namen/ durch Jesus Christus. Amen.

Über den Autor / die Autorin

Stefan Maser

Stefan Maser ist als Pfarrer für Hoerstgen, Rheurdt und Sevelen zuständig. Als Beauftragter des Kirchenkreises für Ökumene und das Gustav-Adolf-Werk guckt er gerne über den Tellerrand zu anderen Kirchen und Gemeinden, auch in ärmeren Ländern. Seitdem die Gemeinde für alle Dörfer nur noch einen Pfarrer hat, ist sein Auftrag als Krankenhausseelsorger am St. Bernhard-Hospital nach 22 Jahren entfallen. Stefan Maser lebt mit seiner großen Familie im Pfarrhaus in Hoerstgen.