Besuch ist angesagt, und die Vorbereitungen sind in vollem Gange.
Essen und ein Zimmer werden vorbereitet, der Schmuck des Hauses und Geschenke. Denn die Geburt Jesu wird gefeiert. In vielen Teilen der Welt ist sie das größte Fest im Jahr mit vielen Bräuchen und großen Anforderungen an die Haushalts- und Familienmenschen. Ich liebe Weihnachten und seine Bräuche. Obwohl mich einige, die in den letzten Jahren aufgekommen sind, auch zum Kopfschütteln bringen.
Vor Weihnachten kommt die Adventszeit. Sie ist nicht nur dafür da, um die Weihnachtsvorbereitungen zu schaffen, genug zu backen, zu dekorieren und zu kaufen. Sie ist da für die Begegnung mit dem, dessen Geburt und Ankunft wir feiern. Er ist ein Gerechter, das deutlichste Bild von Gott und seinem Plan, dass alle genug zum Leben haben. Ein Helfer und nichts als ein Helfer für die, die auf Hilfe warten, und für das, was in dieser Welt Hilfe, Einsatz und Veränderung braucht (sogar der Name „Jesus“ kommt vom hebräischen Wort für Hilfe). Und: arm. Den viel zu vielen Armen in der Welt besonders nahe, an ihrer Seite und nicht von ihnen wegzubringen. Er kann sich selbst begrenzen, es genug sein lassen und geben (am Ende sich selbst und ganz). Er kommt auf uns zu. Und die Adventszeit ist dafür da, seine Art und seine Wege zu bedenken.
Ganze Straßenzüge in kalkweißem LED-Licht und Containerladungen merkwürdiger Figuren aus chinesischer Industrieproduktion – wirklich ein passendes Zeichen für das Licht der Welt?
Und Weihnachtsessen und andere Weihnachtswaren, die als „exklusiv“ beworben werden, nicht für viele, nicht für jeden? Damit noch mehr Geld dafür ausgegeben wird? Müssten Weihnachtssachen, nicht eher „inklusiv“ sein, andere einschließend, als „exklusiv“, andere ausschließend?
Was passt wirklich zu Weihnachten? Wer gehört auf die Gästeliste, was auf den Tisch, was auf die „To do – Liste“, was ich tun will und werde, bis Weihnachten und über Weihnachten hinaus? So viele Fragen. Störende, aber auch belebende, die der Anfang von Veränderungen sein können.
Auch dafür sind unsere Zusammenkünfte in der Advents- und Weihnachtszeit da: um andere Wege zu bedenken. Als erstes den Weg Jesu. Und zusammen die Klarheit und den Mut zu bekommen, auch selbst andere Wege zu gehen. Gerechtere. Welche, die helfen. Und Wege, die Grenzen kennen. Weil doch Besuch angesagt ist. Begegnung mit Jesus Christus. Ein Gerechter, ein Helfer und – arm.
Auf dem Weg zum Weihnachtsfest grüßt mit den anderen Mitarbeitenden der Gemeinde ihr und euer

Stefan Maser

Über den Autor / die Autorin

Stefan Maser

Stefan Maser ist Pfarrer in Hoerstgen und zugleich evangelischer Krankenhausseelsorger am St. Bernhard-Hospital. Außer der Arbeit in der Gemeinde füllen die Verbindung zum Sozialzentrum "Dios es Amor (Gott ist Liebe)" in einem Armenviertel von Lima/ Peru und eine große Familie sein Leben aus. Zusätzlich zu seinem Dienst in der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen übernimmt er gemeinsam mit Pfarrer Kunellis noch Aufgaben in der Evangelischen Kirchengemeinde Neukirchen.

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