Wenn in der Bibel menschliche Körperteile oder Organe genannt werden, geht es immer auch um den ganzen Menschen. Jedes Teil meint das Ganze, aber unter einem besonderen Gesichtspunkt.
In unserem Monatsspruch wird das Herz genannt. Das Herz gilt als die geistige Mitte des Menschen, als Sitz seiner Gedanken und Willensregungen, seines Gemütslebens und seines Gewissens. Im Herzen haben etwa Traurigkeit, Angst, Freude, Treue und Hass ihren Ort. Aus dem Herzen entspringen das Gute wie das Böse. Das Herz ist in der Bibel der verborgene Sitz des wahren Wesens eines Menschen im Unterschied zum Äußerlichen.

Die Geschichte, an die uns der Monatsspruch erinnert, spielt in einer Zeit, in der Israel noch keinen König hatte. Es ist eine Zeit ständiger kriegerischer Auseinandersetzungen mit dem Nachbarvolk, den Philistern. Die hatten das israelische Heiligtum zerstört. Zwischenzeitlich waren sie sogar im Besitz der Bundeslade mit den 10 Geboten, die Mose am Sinai von Gott empfangen hatte.

Den Philistern hatte die Bundeslade kein Glück gebracht. Sie hatten sie zurückgegeben. Aber die Israeliten wussten trotzdem nicht mehr, wo ihnen der Kopf stand. Viele suchten ihr Heil bei anderen Göttern. Zufrieden machte sie das nicht. Endlich kam ihnen wieder ihr eigener Gott, der Gott Israels und sein Prophet Samuel in den Sinn. Samuel wurde aufgesucht und um Rat gefragt. Der Rat Samuels lautete: Wenn euer Herz wieder ganz dem Gott gehört, der der Schöpfer der Welt ist und der euch als sein Volk erwählt hat, dann wird alles wieder gut, sonst nicht.

Man kann sich nicht alle Türen offen halten. Nirgendwo im Leben geht das so. Immer wieder sind Entscheidungen nötig, die einen zwingen, die eine Türe zu öffnen, indem man andere schließt. Das wirkt im Moment schmerzlich. Aber nur so kann das Leben Gestalt gewinnen. Nur so kann man reifen und sich entwickeln. Nur so kommt man zur Ruhe.

Die Ausrichtung an den 10 Geboten, um beim obigen Bibeltext zu bleiben, ist so eine Türe, die ich empfehle. Mit meinen Konfirmanden bin ich in diesen Wochen dabei, sie zu besprechen. Die Jugendlichen lernen sie sogar auswendig. Ob das für sie eine Hilfe zum Leben ist? Ich glaube ja! Bekämen Sie alle 10 Gebote noch auf die Reihe? Falls Sie unsicher werden, der Text lässt sich auch googlen.

Mit den übrigen Mitarbeitenden der Gemeinde grüßt Sie

Pfarrer Jürgen Kunellis

Über den Autor / die Autorin

Jürgen Kunellis

Pfarrer Jürgen Kunellis ist Pfarrer in den Gemeindeteilen Sevelen und Rheurdt. Neben der Arbeit in der Kirchengemeinde engagiert er sich auf Ebene des Kirchenkreis Moers in der Partnerschaftsarbeit mit der United Church of Christ (UCC) in den Vereinigten Staaten, im Bundesstaat Wisconsin und in der Öffentlichkeitsarbeit. Der aus Rheinland-Pfalz stammende Theologe ist verheiratet und hat drei erwachsene, bereits verheiratete Kinder. Zusätzlich zu seinem Dienst in der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen übernimmt er gemeinsam mit Pfarrer Maser noch Aufgaben in der Evangelischen Kirchengemeinde Neukirchen.