So steht es am Ende des ersten Briefs des Apostels Paulus an die Gemeinde in der Stadt in Griechenland, die heute Saloniki heißt, in einem Teil, der in der Lutherbibel mit „Ermahnungen und Grüße“ überschrieben ist. Konkret heißt es da: „Seid allezeit fröhlich, betet ohne Unterlass, seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Jesus Christus für euch.“

Am 1. Januar 2019 bin ich seit genau 33 Jahren als Geistlicher in der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen tätig. Die ersten Monate hatte ich offiziell noch den Status eines „Pastors im Hilfsdienst.“ Am Sonntag misericordias domini, am Sonntag vom guten Hirten, wurde ich als Pfarrer unserer Kirchengemeinde eingeführt. Das war im April 1986. Da war ich im Winter des Jahres 30 Jahre alt geworden. Zum 1. August 2019 gehe ich auf eigenen Antrag in Pension. Dann bin ich 63,5 Jahre alt. Meine Frau Christa und ich ziehen für die neue Lebensphase nach Geldern. Unsere beiden Töchter Laura und Lydia leben da mit ihren Familien.

Ich blicke dankbar auf die Jahre hier, am Niederrhein zurück. Geboren bin ich in Bad Kreuznach, aufgewachsen im Hunsrück, also in Rheinland-Pfalz. Ich komme aus einem Pfarrhaus. Nach Nordrhein-Westfalen kam ich zum Studium, zunächst der Religionspädagogik an einer Fachhochschule in Düsseldorf. Anschließend studierte ich Theologie an der Universität Bonn und an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal. Zum Vikariat zog ich am 1. Oktober 1982 in den Kirchenkreis Moers. Dreiviertel meiner Hilfsdienstzeit, 15 Monate, verbrachte ich anschließend in Mülheim an der Ruhr. Dann war ich zurück im Kirchenkreis Moers. In unserer Gemeinde und im Kirchenkreis fühle ich mich bis heute sehr wohl, sonst wäre ich auch nicht so lange geblieben.

Ich blicke dankbar auf mein Berufsleben zurück, das jetzt zu Ende geht, dankbar auf die gemeinsame Zeit mit Ihnen. Im Deutschen kommt das Verb, das Tätigkeitswort „danken“ von „denken“. Der Sinn ist „in Gedanken halten“. Es geht darum, sich bewusst zu erinnern, die Erinnerung zu bewahren und so das Geschehene in seinem Inneren lebendig bleiben zu lassen. Das ist wichtig, das Gute zu bewahren, Ungutes zu verarbeiten, Beispielhaftes zu befolgen und aus Erfahrung zu lernen.

Wenn Paulus uns auffordert: „Seid in allem dankbar!“ Dann denkt er vor allem an Gott, der uns seinen Sohn Jesus Christus geschenkt hat. Er bezieht sich auf Christi Sterben für uns und seine Auferstehung. Was immer auch kommen mag, wir sind und bleiben in Gottes Hand geborgen. Das dürfen wir immer „in Gedanken halten“ und uns jeden Tag neu daran erinnern.

Über den Autor / die Autorin

Jürgen Kunellis

Pfarrer Jürgen Kunellis ist Pfarrer in den Gemeindeteilen Sevelen und Rheurdt. Neben der Arbeit in der Kirchengemeinde engagiert er sich auf Ebene des Kirchenkreis Moers in der Partnerschaftsarbeit mit der United Church of Christ (UCC) in den Vereinigten Staaten, im Bundesstaat Wisconsin und in der Öffentlichkeitsarbeit. Der aus Rheinland-Pfalz stammende Theologe ist verheiratet und hat drei erwachsene, bereits verheiratete Kinder. Zusätzlich zu seinem Dienst in der Evangelischen Kirchengemeinde Hoerstgen übernimmt er gemeinsam mit Pfarrer Maser noch Aufgaben in der Evangelischen Kirchengemeinde Neukirchen.

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