Mit tausenden von Sternen sind unsere Häuser und Orte in der Advents- und Weihnachtszeit geschmückt.
Ihr Vorbild ist der „Stern von Bethlehem“, der Gelehrten aus dem Osten den Weg zum neugeborenen Jesuskind gezeigt hat.

Die Religionslehrerin hatte sich gut vorbereitet. „Schon lange kannte man in den großen alten Kulturen die Bahnen der Gestirne. Und als zwei Sterne auf ihrem Kreislauf in ein besonderes Verhältnis zueinander kamen, wussten die Weisen: Ein König ist geboren!“ Die Zehnjährige mit Kinderbibel- und Gottesdiensterfahrung ist mit dieser Auskunft nicht so richtig glücklich: „Und ich glaube doch, dass es ein Wunderstern war!“

Die Geschichte vom Stern von Bethlehem steht im Matthäusevangelium, Kapitel zwei, die von der Geburt Jesu im Lukasevangelium, Kapitel zwei.

Advent und Weihnachten kommen alle Jahre wieder. Mit dem, was wir geplant und vorbereitet haben, schönen Bräuchen und Gewohnheiten. Sie sind wie der Weihnachtsstern auf festen Bahnen. Und sie machen hoffentlich Freude. Auch dieser „Gemeindebote“ kommt mit Einigem von diesem Gewohnten und Liebgewordenen.

Und es gibt die unvorhergesehene Advents- und Weihnachtsfreude. Die über Gottes Solidarität und Unzertrennlichkeit von den Menschen. Über die unverhoffte Begegnung, den ungeahnten neuen Weg. Sie ist wie der Wunderstern, neu und unberechenbar.

Lesen Sie mal nach, was die Weisen nach der Begegnung mit dem Kind und seiner Mutter gemacht haben. Sie haben einen anderen Weg eingeschlagen. Dem niederträchtigen und gewalttätigen König haben sie nicht mehr gehorcht. Subversiv sind sie geworden, mehr als sie sich das in ihrer Gelehrtenstube und auf ihren Forschungsreisen jemals vorgestellt hatten.

So werden sie zu (Über-)Lebenshelfern für wenigstens eine Mutter und ihr Kind. Ihre Weihnachtsfreude hat das bewirkt. „Sie freuten sich mit einer überaus großen Freude“, heißt es bei Matthäus. Ein normales Wort reicht ihm da nicht. Ich wünsche uns Allen beide Sorten Weihnachtsfreude. Die vertraute, sorgfältig vorbereitete. Und die überaus große, beglückende, verändernde, die auf neue Gedanken und neue Wege bringt.

Vielleicht beim Hören der Weihnachtsgeschichte in einem unserer Gottesdienste?
Mit den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Gemeinde grüßt herzlich Ihr und euer

Pfarrer Stefan Maser

„Als sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreut“ ist der Monatsspruch für Dezember 2018