Dieses Bibelwort (Monatsspruch März 2018, Johannesevangelium 19,30) gehört im Johannesevangelium zur Geschichte der Kreuzigung Jesu.

In Kamp-Lintfort auf dem Niersenberg

In Kamp-Lintfort auf dem Niersenberg

Als Jesus am Kreuz merkt, dass sein Tod naht, spricht er: „Es ist vollbracht!“ Johannes sieht im Tod Jesu die Vollendung seines Weges der Liebe Gottes zu den Menschen. Deshalb finden wir an dieser Stelle keinen Ruf der Klage wie etwa das „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.“, wie man das im Markusevangelium lesen kann, sondern dieses zufriedene Bekenntnis: „Es ist vollbracht!“

Das Kreuz Jesu ist aus unserem Glauben nicht wegzudenken. Für evangelische Christinnen und Christen steht es sogar im Zentrum ihres Glaubens. Wir halten es da mit Paulus und seiner Betonung des Sterbens Jesu, wenn er im 1. Korintherbrief schreibt: „Die Juden fordern Zeichen und die Griechen fragen nach Weisheit. Wir aber predigen Christus, den Gekreuzigten, den Juden ein Ärgernis und den Heiden eine Torheit. Denen, aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“

Aber das Kreuz scheint irgendwie aus der Mode gekommen. Ich meine, nicht als Schmuckstück an einem silbernen Kettchen, das man um den Hals legt, auch nicht als kirchliches Symbol in gottesdienstlichen Räumen. Ich meine, von seiner Aussage her: „Jesus Christus, für unsere Sünden in den Tod gegangen.“ Das ist für viele unter uns eine schwere Kost, die sie kaum mit den Gedanken und Gewohnheiten verbinden können, die sonst ihren Alltag prägen.

Die Kirchlichen Angebote folgen diesem Trend. Wir blicken in der Passionszeit weniger auf das Kreuz als auf uns selbst, unseren Körper, unsere Ess-, Arbeits- und Lebensgewohnheiten. Unter einem Motto wie etwa dem: „Sieben Wochen ohne“, ist die Arbeit an sich selbst das Thema, die Überprüfung der eigenen Verhaltensweisen unter unterschiedlichen Aspekten. Und wenn es der Aufruf wäre, in Gesprächen in eigener Sache nicht „zu kneifen“ sondern seine Meinung auch gegen Widerstände etwa in einer Gruppe, der man angehört, offen zu vertreten. Wer möchte diesem Aufruf der genannten Aktion, für die Passionszeit 2018 ausgewählt, widersprechen?

Da, wo das Kreuz im Zentrum steht, und ich werbe sehr darum, es da stehen zu lassen, geht es um die Kraft des Glaubens. Wo kommt der Halt für mein Leben her? Das frage ich. Und wo hat es seinen Grund? Den Blick von sich selbst weg und auf das Kreuz lenken, darin sehe ich eine entscheidende Hilfe. Dieser Blick auf Christus und sein Werk für uns, weist den Dingen ihren rechten Ort zu, auch Fastenaktionen. Und es nimmt uns Lasten ab, ohne die wir oft trotz großer Anstrengung und Disziplin nicht vorankommen.