Mal ehrlich! Haben Sie sich nicht auch schon unsicher gefühlt beim Zusammentreffen mit Behinderten oder schwer Kranken? Wussten Sie nicht recht, wie man sich verhalten soll?
Zwei Romane – Jugendromane eigentlich – setzen sich mit der Frage auseinander, wie sich die „Anderen“ fühlen, wie sie den Alltag  erleben.
Die junge österreichische Schriftstellerin Sarah Michaela Orlovský hat mit „Tomaten mögen keinen Regen“ eine Art Tagebuch aus der Sicht des 13-jährigen Howanes geschrieben. Wir nehmen teil am Leben einer besonderen Familie:  Fünf Waisen, zwei Jungen und drei Mädchen, leben mit zwei Ordensschwestern – eine lieb, eine streng  –  in einem Haus zusammen. Wir lesen vom täglichen Leben, von Zu- und Abneigungen, den großen und kleinen Nöten und Katastrophen dieser ungewöhnlichen Familie.
In einem weiteren Erzählstrang erfahren wir von zwei Journalisten, die etwas über Behinderte schreiben wollen und sich das Waisenhaus aussuchen. Behinderte? Ja, aber wir erfahren nur mittelbar davon. Diagnosen werden nicht mitgeteilt.  Wichtig sind die Kinder und ihre Gedanken, Handlungen und Gefühle.
Und dann gibt es da noch unterschwellig – im Text durch schwach graue Farbe gekennzeichnet – ein Ereignis, das sich über den gesamten Text hinzieht, und das Howanes zutiefst beunruhigt, aufwühlt und sich erst am Schluss auflöst.
Für dieses Buch wurde Frau Orlovský mit dem Evangelischen Buchpreis 2014 ausgezeichnet. Und wir dürfen, wie schon angekündigt, die Autorin am 27.Oktober zu einer Lesung beim Literaturfrühstück begrüßen.
John Green hat mit „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ eigentlich einen typischen Junge-trifft-Mädchen-Roman geschrieben, nur dass hier Hazel, 16 Jahre alt und krebskrank, den ebenfalls erkrankten Augustus in einer Selbsthilfegruppe kennen lernt. Wesentliches Element der Story ist ein Roman, der für Hazel enorm wichtig ist und der Grund, dass die beiden Teenager nach Amsterdam fliegen, um den Autor zu treffen und ihm offen gebliebene Fragen zu stellen. Diese Reise wird für beide Jugendliche zu einem intensiven Erlebnis. Wir erfahren als Leser natürlich Details eines Lebens mit der Krankheit, aber mich hat sehr beeindruckt, wie dieses Buch ausdrückt, dass es sich immer lohnt, sein Leben bewusst zu erleben und jeden einzelnen Glücksmoment auszukosten und zu genießen. Bemerkenswert ist, dass es John Green gelingt, jede Form von sentimentaler Gefühligkeit zu vermeiden.
Die gelungene Verfilmung dieses Buches kann ich ebenfalls empfehlen.

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