Thomas Hirth mit Baustellenschild

Thomas Hirth (Foto: W. Lietzow)

Kirchbaumeister Thomas Hirth hat allen Grund zur Freude: Die Baugenehmigung für den Umbau des Gemeindesaals in Hoerstgen wurde am 5. Februar erteilt.
Es war ein langer und schwieriger Weg dorthin: Das alte Gebäude ist im Prinzip wie eine Halle konstruiert und konnte bislang eigentlich nur wie eine solche genutzt werden. – Keine gute Lösung für kleine Gruppen, die sich womöglich noch parallel dort treffen wollen, ohne sich gegenseitig zu stören. Keine gute Lösung, auch in Anbetracht der Heizungskosten für so einen großen Saal.
Die alte zweite Etage über dem Eingangsbereich, die von Jugendgruppen genutzt wurde, durfte zudem einfach nicht mehr genutzt werden, weil eben kein realistischer Fluchtweg im Brandfall vorhanden war.
Hier musste also komplett neu konzipiert werden. – Was sich als äußerst schwierig erwies. Denn die Dachlast des Gebäudes wird zwischen den Längsmauern über statisch genau berechnete Querstreben abgesichert,  die man nicht so einfach entfernen kann. Würde man eine zweite Ebene nach heutigen Vorschriften einbauen, ständen eben jene Querstreben auf einer Höhe von ungefähr 1,40 Meter dort oben im Wege. Das waren aber nicht die einzigen sprichwörtlichen wie auch praktischen Hürden, denn die Fluchtwegsituation blieb nach wie vor ungeklärt: Über welchen Weg können wieviele Menschen vom oberen Geschoss im Brandfall schnellstmöglich nach draußen?
Und wie kann eine zweite, möglichst größere  Geschossebene realisiert werden, ohne eben oben genannte Hürden? Das Architektetenbüro Ehling fand schließlich eine nicht ganz triviale, aber technisch zu meisternde Lösung, die schlussendlich vom Bauamt genehmigt wurde.
Die ursprüngliche Idee, Fluchtwege nach hinten zu verlegen auf einen eventuellen Parkplatz (der zudem die Parkplatznot entschärfen würde), wurde leider schon zu Beginn der Planungen abschlägig  beschieden.
Es ist, wie es ist: Fluchtwege müssen vorne gelöst werden und passiert nun auch über zusätzliche Fenster mit entsprechenden Ausstiegsmöglichkeiten.
Gemeindehaus AnsichtDer genehmigte Entwurf des Architektenbüros hat einige charmante Datails: Die bisher unsichtbaren Querstreben werden sichtbarer Bestandteil des künstlerischen Konzepts. Zwei Drittel des Gemeindesaals werden nun durch eine zweite Ebene überdeckt, die wie ein Schwalbennest einmontiert wird. Das letzte Drittel wird bis zum Giebel nach oben offen sein. Die Küche wandert von hinten nach vorne und wird integriert in einen Bistro-Bereich. Zwei Büroräume unten werden eingerichtet für das Archiv und ein Service-Büro. Letzteres könnte im Idealfall genutzt werden als eine Art Bürgerbüro. „Wir könnten hier z. B. die bislang kostenpflichtig nach Rheinhausen ausgelagerten Arbeiten vor Ort leisten, eventuell sogar einen  Arbeitsplatz schaffen und gleichzeitig Geld einsparen“, so Thomas Hirth.
Bis es soweit ist, muss aber erst einmal kräftig angepackt werden, denn der Gemeindesaal muss natürlich leer sein. Kostenlosen und sicheren Lagerraum in der Gemeinde hat das Presbyterium schon organisiert.
Die Finanzierung des Projektes ist jetzt schon in trockenen Tüchern, denn das eingeplante Mindestspendenaufkommen der Gemeinde in ‚Höhe von 30.000 Euro wurde just Ende  Januar erreicht. „Dass wir das jetzt schon geschafft haben, ist einfach sagenhaft“ freut sich Pfarrer Stefan Maser zurecht.
Baukirchmeister Thomas Hirth denkt bereits weiter und setzt bei der Umsetzung des Projektes auf die Unterstützung durch Firmen vor Ort: „Wir sind sehr glücklich, dass uns kompetente Gemeindeglieder mit Rat und Tat und vor allen Dingen ehrenamtlich helfen. So können wir nicht nur Kosten reduzieren, und die Sicherheit der Beteiligten wird gewährleistet.“ Es wird also nicht gebastelt, sondern konkret und sicher gebaut.
Und wann wird der Gemeindesaal nun endlich wieder genutzt werden können? „Es wäre wunderbar, könnten wir uns in der Adventszeit wieder im Saal treffen“ hofft Thomas Hirth.
Drücken wir also nicht nur die Daumen, sondern packen mit an, wo immer es möglich ist.

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