…war am Ende des 18.Jahrhunderts in Saint Domingue, der reichsten französischen Kolonie, eine Selbstverständlichkeit. In ihrem neuen Roman „Die Insel unter dem Meer“ entführt uns Isabel Allende in diese fremde Welt der Feudalherren, Sklavenschinder und Voodoo Anhänger. Mit der Hauptfigur Zaritée, genannt Teté, erleben wir die Leiden einer in jeder Hinsicht ausgenutzten Haussklavin, die Sklavenaufstände in Saint Domingue, dem heutigen Haiti und die Flucht nach New Orleans, wo Zaritée schließlich ihr eigenes Leben bestimmt. Allende erzählt Zaritées spannende Lebensgeschichte aus der Sicht eines neutralen Erzählers, schiebt aber immer Kapitel ein, in denen Zaritée selbst zu Wort kommt und ihre Sicht der Ereignisse schildert.

Auch in Virginia in der Mitte des 19.Jahrhunderts gehört Sklaverei zum Alltag. Im Mittelpunkt des Romans „Die bekannte Welt“ des Pulitzer Preisträgers Edward P.Jones steht ein schwarzer Farmbesitzer. Henry Townsend wurde von seinem Vater freigekauft  und gründete mit Hilfe seines ehemaligen weißen Herrn eine eigene Farm. Nun ist er selbst Sklavenhalter. Ein wichtiges Ereignis des Romans ist der frühe Tod von Henry Townsend. Von diesem Ereignis aus spinnt Jones Geschichten über Familienmitglieder, Sklaven, Freunde, Feinde, Schwarze und Weiße. Sie folgen keiner Chronologie, sondern legen viele verschiedene Spuren in die Vergangenheit und in die Zukunft, in die Nachbarschaft und in die Ferne. So entsteht langsam, wie bei einem Puzzle, eine Beschreibung der Zeit und der Menschen – ohne kitschige „Onkel Tom“ Klischees.

Irene Scharenbergs Kriminalroman „Die Sünderinnen“ spielt vor der Kulisse der Kulturhauptstadt Ruhr 2010.
Mit dem Ruhrpott-Slang hat sich der Neu-Duisburger Pielkötter, der eigentlich aus dem Münsterland stammt, längst angefreundet. Nicht gewöhnen kann er sich an den Anblick von Blut. Das ist für einen Kriminalhauptkommissar nicht unbedingt von Vorteil. In seinem aktuellen Fall verfolgt er einen Mörder, der seine Opfer mit einem Dolch tötet. Es sind Frauen, die sich von ihrem Mann getrennt haben. Ist es Zufall, dass sie denselben Psychologen aufsuchten? Und welche Rolle spielt dieser selbst sehr labile Therapeut? Pielkötter gelingt es, das rätselhafte Mordmotiv zu entschlüsseln und ein weiteres Blutopfer zu verhindern.  Wir haben die Autorin, Frau Irene Scharenberg, am 8.Juni 2011 zu einem  Krimifrühstück eingeladen und hoffen, mehr über „Die Sünderinnen“ zu erfahren.

Jörg Heil