Jürgen Kunellis (Foto: W. Lietzow)

Als Menschen brauchen wir ein Leben lang die guten Wünsche anderer, die unseren Weg einfühlsam begleiten und im passenden Moment etwas Ermutigendes sagen. Der Grundschüler vor einer Klassenarbeit kurz vor den Zeugnissen, seine Mutter vor einer wichtigen Sitzung in der Firma, Familien vor einer langen Reise, junge Frauen und Männer vor dem Eintritt in die Ehe, Leute, die Abschied nehmen oder vor einem völlig neuen Beginn stehen, eine Person, die auf eine schwierige Operation im Krankenhaus wartet, immer gehören gute Wünsche von Menschen dazu, denen unsere Zukunft am Herzen liegt und die sich in das hineinversetzen können, was uns jetzt beschäftigt.
Oft ist so ein guter Wunsch das Einzige, was ein lieber Mensch uns in bestimmten Situationen geben kann. Das Leben stellt einem genug Hürden in den Weg, die man nur aus eigener Kraft überspringen kann. Den anderen – und wenn wir ihnen noch so nahe stehen – bleibt nur die Zuschauerrolle. Da ist ein guter Wunsch, ein aufmunterndes Wort schon sehr viel, nicht selten etwas ganz Entscheidendes. Ich weiß dann nämlich, dass  da jemand ist , der an mich denkt. Der weiß, wie es mir jetzt geht, der fühlt mit mir.
Der Monatsspruch für Mai ist so ein guter Wunsch. Paulus hat ihn für die junge christliche Gemeinde in der Hauptstadt des römischen Reiches in Rom übrig. Der Apostel weiß, dass die kleine christliche Schar es in einer heidnischen Umwelt und im Schatten des mächtigen Kaisers, der sich selbst als Gottessohn verehren lässt, schwer hat. Da ist ein guter Wunsch Balsam für die geplagte Seele. Aus diesem Wunsch des Paulus spricht aber nicht nur ein mitfühlender Sinn, sondern er ist auch ein Gebetsruf um das Wirken des Heiligen Geistes in der Mitte der Gemeinde, damit sie im Glauben an Jesus Christus durch Freude aneinander und Frieden untereinander bestimmt ist.
Wo uns nur die guten Wünsche bleiben, so wichtig sie auch sein mögen, da kann Gott weiterhin helfen. Ja, es hat bisher in unser aller Leben schon genug Hürden gegeben, die wir zwar ohne Hilfe anderer Menschen übersprungen haben, aber geschafft haben wir das nur, weil Gott mit uns war und das wirklich Entscheidende getan hat. Ihm und seinem Wirken dürfen wir uns auch für unsere Zukunft getrost anvertrauen.
Es grüßt Sie herzlich Ihr Pastor Jürgen Kunellis

Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr immer reicher werdet an Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.
(Römer 15,13; Monatsspruch für Mai 2011)