Stefan Maser (Foto: W. Lietzow)

Für den nächsten Jugendgottesdienst mit der Nachbargemeinde liegt eine Geschichte auf dem Tisch: „Jugendliche sehen Horrorfilme.“
Die Konfirmanden sagen ihre Meinung: „Der Film da, das ist doch gar nichts. Der hat doch keine Ahnung!“ Die Mädchen: „Wir sehen manchmal so was als Nervenprobe. Wer guckt am längsten hin?“ Die Jungen: „Wir machen eigentlich mehr so Computerspiele.“ Was da genau passiert, wollen sie nicht sagen. „Aber in echt macht so was keiner, das können wir schon unterscheiden!“

Klaus Berens lebte in Kamp-Lintfort. Viele kannten ihn. Er gehörte nirgendwo so richtig hin. Seine Frau war gestorben, seine Wohnung abgebrannt, meistens schlief er in einem kleinen Auto. Im letzten Sommer wurde er ermordet, angegriffen, ge-schlagen und ohne Hilfe verbluten gelassen, von zwei Jugendlichen, die Langewei-le hatten. Beim ersten Angriff hatten noch zwei mehr mitgemacht. Da war es echt.

Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem!

Paulus schreibt das in seinem Brief an die junge Gemeinde in Rom (Römer 12, 21).
Geht das? Klar geht das!
Man hat herausgefunden, dass im Zweiten Weltkrieg immer etwa ein Viertel der Soldaten wirklich auf einen Menschen auf der anderen Seite gezielt hat. Obwohl es befohlen wurde, obwohl genug Hass gesät worden war und jeder ja auch selber sterben konnte. Bis der Andere bloß noch als Ziel, als Ding zum Abschießen oder Kaputtmachen gesehen wird, muss offenbar erst einmal eine Hemmung fallen.
Ob das auch durch einige Spiele oder Filme geschieht? Ich weiss es nicht. Aber das Mitgefühl für einen anderen  Menschen kann kaputt gehen. Das Wissen: Der Andere ist wie ich! Ich könnte an seiner Stelle sein!
Für das Gute, das das Böse überwindet, ist nach Meinung des Paulus die Gemeinde zuständig. Mit der Liebe der Eltern fängt es an. Es geht weiter mit jedem, der sich um Andere kümmert, sich für sie interessiert, sich etwas für sie ausdenkt, zum Beispiel als Mitarbeiterin oder Mitarbeiter dieser Gemeinde. All das tut richtig gut. Es ist die wertvollste und sinnvollste Arbeit, die man sich nur denken kann.
Vor allem tut Jesus Menschen auf diese Weise gut. Er interessiert sich für uns, kennt uns und ruft uns. „Du bist kein niemand, du bist Gottes geliebtes Kind. Mit mir, wie ich. Und du hast noch ganz schön viele Geschwister!“ Das ist das Gute, das Gott uns schenkt. Es soll uns verwandeln, stark und fröhlich machen. Und auch gute Ideen geben. Zum Beispiel, mal weg zu gehen und etwas nicht mitzumachen!
Mit den anderen Mitarbeitenden der Gemeinde
grüßt herzlich Ihr und euer

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