(Offenbarung 3,8; Monatsspruch für Oktober 2010)

Jürgen Kunellis (Foto: W. Lietzow)

„Herzlich willkommen!“ Das Geburtstagskind steht freudig lachend in der offenen Tür. „Komm rein, der Tisch ist gedeckt, der Kaffee ist gekocht. Die Anderen sind auch schon da.“ Drinnen ist es warm und gemütlich. Blumen und Kuchen stehen auf dem Tisch, und der Kaffee duftet. Ein fröhliches Hallo der anderen Gäste, die schon um den Tisch versammelt sind, als ich den Raum betrete. So ein Empfang tut gut. Ich fühle mich angenommen und geborgen.

Ich habe auch schon vor verschlossenen Türen gestanden. Wenn ich schnell noch etwas einkaufen wollte, der Laden aber schon zu war. Wenn jemand nicht zu Hause war. Kein Problem! Man muss eben wieder kommen. Dann wird die fragliche Türe schon auf sein.
Im Laufe seiner Jahre bemerkt aber jeder von uns, dass einige Türen sich für immer schließen und manche Chancen nicht mehr wieder kommen. Das ist bitter. Man wird selbst älter, und die Zeiten ändern sich. Gleichzeitig tun sich an anderer Stelle immer neue Wege auf. Man muss nur lernen, sie zu sehen und den Mut fassen, die Türe zu ihnen zu öffnen. Und dann gibt es auch die Türen, die einmal offen waren, aber später zugeschlagen wurden. Am Anfang waren zwar der Wunsch und der Wille da, gemeinsam auf dem Weg zu bleiben, doch irgendwann ließ das Verbindende nach. Man hat es zwar versucht, vielleicht mehrmals, vielleicht mit großer Anstrengung. Aber der alte, geliebte und vertraute Zustand ließ sich nicht wieder beleben. Schade!
Es ist ein großes Glück, wenn es uns Menschen gelingt, einander die Tür ein Leben lang offen zu halten. Wir können uns darum bemühen. Aber garantieren können wir es nicht.
Gott allein kann so ein Versprechen geben. Und er hat es öffentlich gemacht, als wir getauft wurden. Gott gründet dieses Versprechen allein auf Christi Blut und Gerechtigkeit, nicht auf mein Denken und Tun. Auch wenn ich mich verändere, Gottes Zusage bleibt: „Meine Türe ist und bleibt offen für dich! Niemand kann sie zuschließen.“ Das ist eine gute Grundlage für mein Leben: In Gottes Wohnung bin ich willkommen. Die Türe seines Herzens steht mir alle Zeit offen. Bei ihm finde ich ein zu Hause, das bleibt.
Es grüßt Sie herzlich Ihr Pastor

J. Kunellis