Was man so sagt…

10. Juli 2010 | Von f.lenz | Kategorie: Aktuell, Durchblick

…”wir laden Sie herzlich ein zu den Gottesdiensten am nächsten Sonntag”.

Nachdruck des Schulmuseums Nürnberg im Museum Industriekultur - {PD}

So oder ähnlich wird man im zu Ende gehenden Gottesdienst eingeladen. Und das Besucherergebnis am nächsten Sonntag lässt zu wünschen übrig.
Da fällt mir die Geschichte eines Straßenlaufes ein: Peter und Hans haben es eilig. Sie laufen um die Wette, wer als erster das Ziel erreicht. Hans, der Jüngere von beiden, erreicht die verabredete Stelle als Erster, bleibt aber vor der Ziellinie stehen. Peter, der Ältere, braucht mehr Zeit bis zum Ziel, überschreitet aber die Ziellinie und betritt dieses Ziel.
Haben Sie es erraten? Es ist das leere Grab am Ostermorgen. Petrus und Johannes heißen die beiden Wettläufer in der Bibel. Sie gehören beide auf das Siegertreppchen.

Vor wenigen Wochen erhielten KonfirmandInnen in Rheurdt und Sevelen dafür einen Preis, dass sie besonders häufig den Gottesdienst besucht hatten. Ein Presbyter sprach seine Anerkennung aus. Der Pfarrer überreichte ein Geschenk. Die Gemeinde klatschte Beifall. Die drei Jugendlichen kamen (symbolisch) auf das Siegertreppchen, obwohl sie nur das getan hatten, wozu sie sich – und auch die Eltern – zu Beginn des Kirchlichen Unterrichts verpflichtet hatten, nämlich regelmäßig den Gottesdienst zu besuchen.

Und damit sind wir wieder bei dem, was man so sagt, bei der Einladung zum Gottesdienstbesuch.
Die KonfirmandInnen erhalten als Bestätigung für ihr Kommen eine Unterschrift in ihr Kärtchen. Sie sammeln Autogramme. Vor Jahren erhielten die Kinder sogenannte Fleißkärtchen oder Sammelbilder.
Warum sollte man die Einladung zum Gottesdienstbesuch annehmen? Bei Kindern und Jugendlichen hilft der sanfte Druck oder die anerkennende Belohnung.
Und bei Erwachsenen?

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