J. Kunellis (Foto: W. Lietzow)

Der Monat April beginnt für uns in diesem Jahr mit der Feier des Osterfestes. „Ostern“ und „Hoffnung“, das sind für Christen zwei Begriffe, die zusammen gehören. Reden wir in der christlichen Gemeinde von Hoffnung, dann können wir das nur, wenn wir die Hoffnung von Ostern her entwickeln. Und wenn wir Ostern feiern, feiern wir den Grund unserer Hoffnung: Die Auferstehung Jesu von den Toten.
Unser Monatsspruch (Epheser 1,18) lüftet für uns ein Geheimnis: Ergreifen kann man die Hoffnung mit den erleuchteten Augen des Herzens. Ja, das menschliche Herz hat Augen. Bisher wussten wir bereits, dass man nur mit dem Herzen gut sieht. Jetzt lesen wir im Monatsspruch, dass der innere Weg zur Hoffnung über die erleuchteten Augen geht. Sie sind die Türen dazu. Ein menschliches Herz kann nicht nur sehen, es kann erleuchtete Augen besitzen. Kinder kennen dieses Geheimnis. Erwachsene kennen es deshalb auch. Aber die Erkenntnis ist nicht selten unter einem ganzen Berg von Sorgen und Mühen verschüttet. Deshalb rät Jesus uns ernstlich zu: Werdet wie die Kinder!
Kinder können sich völlig an eine Sache verlieren, beispielsweise über eine einzelne Blume staunen und sich von ihrem Anblick gefangen nehmen lassen, als sei sie die erste und einzige Blume, die es auf der Erde gibt. Im Spielzeugladen, vor überquellenden Regalen, wo Eltern nur darauf achten, dass sie selbst über keine Kiste stolpern, kann ein Kind vor einem einzigen Teil niederknien und es fixieren, als gäbe es nur dieses eine Spielzeug.
Was war es, das Sie völlig in seinen Bann schlagen konnte, als Sie noch Kinder waren? Gelingt es Ihnen, sich zu erinnern, gelingt es Ihnen, das Kind von damals wieder in sich lebendig werden zu lassen? Sie werden es erleben. Dann fangen die Augen Ihres Herzens an zu leuchten und die Hoffnung gewinnt an Raum, auch die Hoffnung auf die Kraft der Liebe Gottes, die selbst den Tod überwindet.