Stefan Maser (Bild: W. Lietzow)

Stefan Maser (Bild: W. Lietzow)

Jesus spricht ein Wort, und alles ist klar. Unser Herz ist schnell erschrocken. Wenn uns die bedrückende Lebenslage von Menschen irgendwo in der Welt ganz deutlich wird. Wenn wir uns selbst plötzlich hilflos fühlen. Oder wenn wir einen lieben Menschen verloren haben. Wir stehen an der Grenze unserer eigenen Möglichkeiten und spüren nur noch Enge und Sorge. Was soll aus mir und aus dieser ganzen Welt nur werden?

Mein Herz erschrickt, immer wieder.  Wer glaubt, hält sich an Gott und an Jesus fest. Der Glaube sieht durch unsere Grenzen auf Gottes Möglichkeiten.
Als Martin Luthers Frau sich am Ende seines Lebens Sorgen um ihn macht hat, schreibt er ihr: „Gott kann zehn Doktor Martinus erschaffen, wenn der einzige alte ersöffe in der Saale oder im Ofenloch oder auf Wolfs Vogelherd.“ (Luthers Gehilfe liebte die Vogeljagd, wovon der Reformator ihn abzubringen versuchte.)
Und weiter: „Ich habe einen besseren Sorger, als du und alle Engel sind, der liegt in der Krippe und hängt an einer Jungfrau Brust, aber sitzt trotzdem zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters, darum sei zufrieden!“
Etwas fürs Herz, das ist in der evangelischen Kirche nicht eine rührselige Geschichte, wie sie um 20.15 Uhr im Fernsehen läuft. Sondern es ist ein Wort Jesu, das das Vertrauen zu ihm und seinem Vater weckt. Gleich anschließend spricht Jesus zum Beispiel vom Haus seines Vaters mit den vielen Wohnungen, in das er vorausgeht und in dem für alle Platz ist.
Wenn wir als Gemeinde zusammen sind, soll immer etwas dabei sein, was unser Herz trösten und wieder in Ordnung bringen kann. Es gibt ja auch genug Aufgaben, für die Gott beherzte Leute braucht.
Mit den anderen Mitarbeitenden der Gemeinde grüßt
Ihr und euer Pastor
Stefan Maser